Freitag, 7. Februar 2014

Punta Arenas - Das Tor zum "tierra del fuego"

Seit wenigen Stunden bin ich nun bereits in Punta Arenas, der Hauptstadt des chilenischen Teils von Patagonien und gleichzeitig Fährhafen für die Passage nach Feuerland. Nach langem Überlegen habe ich mich nun doch durchringen können dorthin zu fahren, da ja auch sonst die Sinnhaftigekeit des Blognamens anzuzweifeln wäre. Bereits der Straßenname auf dem Weg in diese Stadt kündigte allerdings an, was mich hier und wohl auch drüben zu erwarten hat: "Ruta del fin del mundo" = Route ans Ende der Welt. Wenngleich Punta Arenas - wie erwähnt - die Hauptstadt einer großen Region ist und mit etwa 130000 Einwohner durchaus von mitelstädtischer Größe, ist es wohl darüber hinaus einer der langweiligsten Orte der Welt, sieht man einmal von Remscheid ab. Kritiker mögen nun meinen, ich könne dies doch gar nicht beurteilen, ob der Kürze der bisher dort verweilten Zeit. Das stimmt, anderersits war ich jedoch heute so erfreut über den Kauf eines preisgünstigen Windbrerakers, welcher längst überfällig war, dass ich den ganzen Nachmittag fröhlich und wohlig warm durch die gesamte Stadt lustwandelte, auf der Suche nach Neuem und Interessanten. Dies allerdings mehr oder minder vergebens; die Geschäfte, sofern überhaupt am Samstag geöffnet, bestechen durch fast absurde Preise, der In-Faktor der Klamotten verhält sich umgekeht proportional dazu, die meisten Cafes haben geschlossen und am Hafen wurde mir von einem dicken Uniformierten der Eintritt verwährt. "Solamente por turistas", musste ich mir anhören. Als ob der Kauz denken würde, ich sei ein Bewohner der Stadt. Gemeint waren natürlich die feinen Herrschaften des Kreuzfahrtschiffes welches dort anlegte. Die werden sich wohl auch etwas anderes vorgestellt haben von der Stadtbesichtigung und alle diejenigen Passagiere welche aus welchen Gründen auch immer an Bord geblíeben sind, sich klammheimlich ins Fäustchen lachen, darauf könnte ich wetten!
Ich sitze derweil in einer Kaschemme in welcher man Touristen - und die gibt es hier mal reichlich - vergebens sucht und wechsele gerade meinen Bewusstseinszustand von "angeheitert" zu "ziemlich beschwippst". Daher nun die vorherigen Tage in Kürze...
Soweit ich mich erinnere, sagte ich, es müsse noch einiges Besonderes passieren. um meine Meinung bezüglich dieses unwirtlichen Landstriches zu ändern. Ist geschehen, die Bilder werden es erläutern. Nun noch die Bilder runterladen, dann muss ich mich verabschieden, da der Nachbartisch, bestehend aus einem Potpourri von Menschen unterschiedlichster Nationen, welche hier arbeiten, um meine Gesellschaft bittet.

Am "Zauberbaum" (bestehend aus unzähligen Steinchen welche von meinesgleichen aufs Wurzelgeäst dieses Baumleichnams gelegt wurden) mit Mitch, meinem amerikanischen Begleiter für einige Tage. Sofern sich alle Amerikaner so verhalten wie er und völlig bewusst so tun als seien sie demente Schwachköpfe, muss ich meine Meinung über dieses Volk ernsthaft überdenken

Trotz der maßlos überzogenen Preise für alles hier; der Nationalpark "torres del paine" überzeugt einfach auf der ganzen Linie!!! Wenn in Chile: unbedingt besuchen...

Unverständlich aber wahr: Für diese drei Zipfel sind Viele hier. Ich stehe kurz vorm Kältetod, will wieder ins Camp und leide.

Guanakos (eine Kamel-Art) sind hier, wie unschwer zu erkennen, nicht im Entferntesten bestandsgefährdet.

Die herumliegenden Gebeine von Baby-Guanakos haben mich wegen ihrer Häufigkeit in Erstaunen versetzt.

Wo viele verwesende Geschöpfe sind, findet sich hier auch der Kondor, der größte flugfähige Vogel der Erde. Nach den Guanakos die zweite große Entdeckungsfreude des Tages für mich.

Ohne Worte, dieses Aufeinandertreffen. Die vielen Kondore und Skelette ließen bereits auf ein Jagdrevier des Südlichen Südamerikanischen Pumas (wer hat sich bloß diesen Namen ausgedacht??) schließen, die Begegnung: Impulsgesteuert. Beim Anblich des Felsens hatte ich plötzlich so ein Gefühl "hier ist was", kletterte über den Zaun auf privates Land und stieg in Richtung Felsüberhang. Plötzlich erschien nur wenige Meter vor mir aus dem Überhang kommend dieses Tier , welches bestimmt auf meine Trittgeräusche aufmerksam geworden war. Herzschlag bis zum Hals, allerdings ohne Furcht, Kamera aus der Tasche, zwei Bilder schießen und dann langsam im Rückwärtsgang zurück - man soll das Glück nicht überstrapazieren

Ein Fund kurz vor dem Aufeinandertreffen mit dem Puma: Die Chilenische Schwarze Witwe - auch hier war die Freude groß, sind die Spinnentiere mir doch schon ewig ans Herz gewachsen

Mahnmale des Falklandkrieges. Ob Chile den Ausgang des Konflikts jedoch je richtig verstanden hat, darf berechtigterweise angezweifelt werden, da sich Punta Arenas auf Schildern neben Patagonien auch als die Haupstadt von den Falklands sieht!

Das mit Abstand modernste, jedoch nicht schönste Gebäude der Stadt. Hier gehört der Imageberater des so ziemlich teuersten Hotels der Stadt aus zweierlei Gründen gelyncht - zum einen gehen zwei Sprachen in einen Namen gar nicht und zum anderen,wesentlich dramatscher, kann man doch eine Nobelherberge nicht als "Träume der Enge" bezeichnen....

2 Kommentare:

  1. Hi Oli, cooles Foto vom Puma & der "schwarzen Witwe"... Ich hoffe du bist nicht allzu enttäuscht vom "Ende der Welt", für mich sah Feuerland in meiner Phantasie immer irgendwie anders aus, bis ich dann leibhaftig da war. Ich kann dir auf dem Weg nach Norden die Fahrt mit dem Eisbrecher von Puerto Natales nach Puerto Montt nur wärmstes empfehlen. In Punta Arenas gibt's nen ganz schönen Friedhof, Besuch lohnt sich...
    Liebe Grüsse von den zweien aus Dinslaken

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  2. Leider alles schon passe, da das mit dem Posten nicht geklappt hat und ich da schon weiter war... Warum ich mir Weiteres geschenkt habe, kommt gleich...
    "wärmstes Empfehlen" kann nur doppeldeutig gemeint sein, so kalt wie es da war. Grüß euch - O

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