Samstag, 15. Februar 2014

Montevideo - hier sammeln wir Dollars...

Es ist Samstag und wir hängen ab in userem Hotelzimmer in Montevideo. Glotze an und jeder vor seinem Rechner bzw. Tablet. "Uns" bin ich natürlich und Matthias mein generöser Gastgeber aus Buenos Aires, bei dem ich mich nach Puerto Madryn zunächst wieder schön häuslich eingerichtet (eingenistet?) habe. Die Tage seit dem letzten Eintrag verliefen vergleichsweise unspektakulär; zunächst eine zermürbende, grausige 21 Stunden dauernde Busfahrt zurück nach BA, dort einige entspannte Tage mit gutem Essen, einem Date und ordentlichen Mengen an gutem Rum und Bier verbracht und nun, wie gesagt, Dollars sammeln in Uruguays Metropole. Von der Stadt hatten wir uns beide etwas mehr versprochen, mehr Schönheit und vor allem mehr Flair. Stattdessen besticht die Stadt weitaus mehr mit dem Charme des Verfallenden als mit dem Glanz vergangener und sicher auch besserer Zeiten. Als wir zum Beispiel heute völlig ziellos durch die Stadt flanierten, hielt plötzlich eine Familie in ihren Auto an und gab uns recht deutlich zu verstehen, dass wir auf keinen Fall in die von uns eingeschlagene Richtung weitergehen sollten, da uns dort einiges an Ungemach erwarten könne. Also schnell umgedreht in sicherere Gefilden der Stadt. 
Unser Hotel ist allerdings großartig; trotz der Lage im Rotlichmilieu. Und ferner dreht sich für uns in Montevideo ja  ohnehinalles um das Sammeln von Dollar, die man hier reichlich aus den Bankomaten beziehen kann, was in Buenos Aires nicht möglich ist. 
Zur näheren Erklärung, warum wir beide überhaupt größere Dollargeldbeträge benötigen, muss man wissen, dass die Inflation in Argentinien katastrophale Werte erreicht hat (in den letzten 6 Wochen etwa 20%) und man auf dem Schwarzmarkt Dollar und Euros "blue" tauschen kann und dort etwa 40% mehr als den offiziellen Wechselkurs an Bargeld in Peso erhält. Bei 3000,-$ sind das immerhin fast 1000,-€ mehr und dafür kann man schon einmal ein Paar Tage in einer Schmuddelstadt verbringen, insbesondere wenn man das Geld dringend für einen geplanten Fahrzeugkauf benötigt!
Leider habe ich Tölpel allerdings nicht daran gedacht meine Bank vorher über das Vorhaben der Großabbuchungen zu informieren, so dass diese richtigerweise meine Kreditkarte erst einmal gesperrt haben. 
Mal wieder sehr clever, der Herr Schöning....


Tauchen mit Seelöwen ist einfach phantastisch, weil die Tiere total verspielt und zutraulich sind und die ganze Zeit um einen herum im Wasser tanzen

Teile die Meinung des Künstlers vollständig, finde mich selber andererseits natürlich auch als Kritisierter in einem der gemalten Häuser wieder!

Hab soeben eine Stunde damit verbracht herauszufinden wie dieser blöde Nager heißt und bin kläglich gescheitert. Hat einer eine Idee???

Dieses Quiz an euch mit den Bildern von Matthias Dientspass, hätte uns bzw. ihm fast die Einreise nach.Uruguay versaut. Um die Lösung für dieses Rätsel zu finden benötigt man lediglich minimalste Spanischkenntnisse, die Gabe die Aussagen zweier Bilder miteinander verknüpfen zu können und einen Hauch von gesunden Menschenversatnd. warum stand nun also unsere Einreise auf der Kippe?? Wer die Lösung findet kriegt n Bierchen bei meiner Rückkehr! Vielleicht auch zwei!


Motag morgens und wieder zurück im herrlichen Buenos Aires.

Zunächst einmal hat der gute Jens natürlich recht mit seiner Annahme: Der Einreisestempel vom 01. Januar 2013 deckt sich nicht mit dem für uns geltenden Gesetzen des Zeitstrahls, da der Pass ja erst im Juli 2013 ausgestellt wurde. Also auch am 8. Tage des Jahres 2014 wurde noch nicht bemerkt, dass man sich gemäß Stempel noch im Jahr 2013 befindet. Obwohl ich mich natürlich mit der folgenden Aussage in den Bereich der Vermessenheit begebe, wage ich die Behauptung, die Vergabe des Doktortitels an Jens sei mit der Berufsauffassung von Fredinand Sauerbruch - einem der bedeutensten Deutschen Chirurgen, welcher gemäß seiner Lebensverfimung, stets bei seinen Studenten Wert auf eine profunde Allgemeinbildung als auch Intelligenz gelegt haben soll - unbedingt vereinbar gewesen!

Zusammenfassend kann man über Montevideo sagen: Für eine südamerikanische Haupstadt mit 1,3 Millionen Einwohnern, hat dieser Ort wenig zu bieten. Das Nachtleben ist lausig, die Straßen tagsüber auch im Innenstadtbereich leergefegt und das Essen fettig und teuer. Wenn man also nicht unbedingt, so wie wir, Dollars braucht, kann man sich die Reise dorthinn schenken, es sei denn man ist so architekturbegeistert, dass man über die Schwächen der Stadt gepflissentlich hinwegsehen kann, denn schöne Gebäude gibt es dort wirklich im Überfluss. Es mag nun keinen guten Schatten auf Matthias und meinen Charakter werfen, aber die lustigsten Momente der Reise hatten wir auf der Fähre von Buenos Aires nach Uruguay, als der doch recht sportliche Wellengang einen ordentlichen Anteil der Mitreisenden zu den Kotztüten greifen und deren Gesichtsteint verändern lies.

Für heute sieht mein Stundenplan noch Autobesichtigungen an, damit die Weitereise mit PKW wie geplant bis spätestens Ende der Woche umgesetzt werden kann.


 
Schönes Ensemble fern der Heimat; an einer Straßenkreuzung direkt gegenüber befinden sich zwei üble Spelunken mit eindeutiger Sport- als auch Teampreferenz. Ob der Daumen nach oben, Matthias Mannschaft jedoch in dieser Saison helfen kann, wird die Zukunft zeigen. Es wird eng...

 

Der Besuch des alten Zentralfriedhofs in Montevideo konnte bei Matthias keine Wogen der Begeisterung 
auslösen, den Pallacio Savo, in den Zwnzigern des letzten Jahrhunderts das höchste Gebäude Südamerikas, fand es allerdings auch ganz gelungen.


Was man so macht, wenn der Wohnort kaum etwas zu bieten hat: Kinder zeugen und vor allem literweise Mate trinken. Ob jung, ob alt, ob Mann, ob Frau, fast die Hälfte aller Menschen die sich auf der Straße befinden, läuft mit einer unhandlichen Thermoskanne, befüllt mit heißem Wasser und mit einem Matetrinkbecherdurch die Gegend.

Bei unserer Runde zum Wasser schien es als habe einer der dort zahlreichen Angler endlich mal einen dicken Brocken an der Angel. Statt des erhofften Fisches erschien jedoch lediglich diese ansehnliche Blaue Schwimmkrabbe an seinem Haken. Als ich das Tier jedoch wieder zurück ins Meer werfen wollte, gebot mir der Herr doch Einhalt und gab uns zu verstehen, dass dieser Krebs doch sehr schmackhaft sei. Wusste ich zwar schon, aber einen Versuch wars wert.




1 Kommentar:

  1. Moin, moin lieber Oli,
    der Einreisestempel passt nicht zum Ausstellungsdatum des Reisepasses, außer ihr wäret mal eben kurz in die Vergangenheit gereist... Vielen Dank schon mal fürs Bierchen

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