Sonntag, 4. Mai 2014

Tarija - Tupiza - Salar de Uyuni & Reserva Nacional Eduardo Avaora - Potosi

Sonntag morgens in Tupiza, wo es trotz Sonnenscheins aufgrund der Höhenlage (etwa 3000 m) noch unangenehm kühl ist. Werde wohl gleich noch aufbrechen nach La Paz, was eine Autofahrt von mindestens acht Stunden bedeutet; keine so schöne Vorstellung, aber hier in Tupiza möchte ich nicht noch eine Nacht bleiben. da ich ohnehin nur wegen des Autos hierhin zurück musste, auch um noch schnell meine Klamotten waschen zu lassen, welche nach einer 4-Tages-Tour in die Salzwüste sämtlich vor Staub und Dreck stehen. Doch da Sonntag ist, klappt das mit der Reinigung nicht und ich werde somit gleich mit staubiger Kleidung, aber immerhin frisch geduscht, in den ebenfalls zugestaubten Wagen steigen und losfahren.
Tarija habe ich vor einer Woche doch etwas traurig verlassen, man gewöhnt sich ziemlich schnell an Orte und dort hat mit die Stadt, meie Unterkunft und die Landschaft drumherum zugesprochen. Ziel war der ziemlich genau 200 Km entfernte Bergort Tupiza, von welchem man aus die Touren in die Salzwüste buchen kann.
Also Montag morgens noch ordentlich getrödelt in Tarija, anständig gefrühstückt, durch die Stadt geschlürt usw., denn 200 Km sind ja ein Klacks mit dem Auto. Mittags die Sachen ins Auto, nochmal getankt und in aller Seelenruhe losgefahren auf einer fast europäisch anmutenden gut ausgebauten Landstraße von der ich aber leider mnach etwa 100 Kilometern abbiegen musste, danach in El Puente nur noch Schotterpiste grausamster Kategorie. Zwischendurch war der Wag so schlecht, dass ich wirklich Angst hatte weder vor noch zurückzukommen und das inmitten der Anden ohne jedweden Verkehr. Letrztendlich bin ich dann im Dunklen gegen 19:00 Uhr in Tupiza völlig am Ende angekommen, und war einfach nur froh nicht liegengeblieben zu sein. Tupiza als solche hat nicht gerade viel zu bieten, einige nette Restaurants und Hostels, eine wunderschöne Umgebung, dient aber eigentlich den Touristen nur als Trittbrett für einen Trip in die größte Salzwüste der Erde; so auch mir.
Zu dem Trip in die Salzwüste und das Naturreservat gibt es zwar ne Menge zu sagen, aber ich kann das auch einfach mal abkürzen: Perfekt! Gut, die Nächte waren unangenehm kalt (bis zu -10°C), aber dafür kann der Tourveranstalter (Valle Hermosa; vorbehaltlos empfehlenswert) ja nicht unbedingt so viel. Wer eine ausgedehnte Reise nach Südamerika plant, sollte diesen Trip auf keinen Fall nicht auf der Liste haben, denn beeindruckender kann sich die Erde kaum zeigen!!

Später am Abend...

 Nach La Paz, wie angekündigt bin ich schon einmal nicht gefahren, sondern nur nach Potosi. eine Stadt in 4070 m Andenhöhe über der ich noch schreiben werde, da sie mal wirklich sehr speziell in vielen Belangen ist und damit meine ich  nicht einzig, dass hier jeder noch so gruße Dusel mit dem nötigen Klimpergeld Dynamit im Kiosk kaufen kann, also auch ich. Aber dazu - wie gesagt - später mehr!

Beim zweiten Lesen des heute Geschriebenen, komme ich zu den traurigen Schluss, dass  meine Morgenlaune wahrhaftig nicht als famos zu bezeichnen gewesen ist, so träge erscheint mir der Text. Ich hatte aber auch einen ziemlich blöden Traum und blöde Träume konnten mir schon immer den ganzen Tag vermiesen, so ist das nunmal leider. Heute aber nicht! Die Fahrt war ausgezeichnet, die Straße asphaltiert und beim Tanken habe ich wieder einen Verbrauchsminusrekord aufgestellt, was den Dagobert Duck, welcher auch mir innewohnt, ausgesprochen heiter gestimmt hat. Außerdem finde ich Potosi cool und die letzten Tage ebenfalls. Ferner funktioniert die Kreditkarte tadellos und ich habe noch etwa sechs Wochen Ferien. Also noch viele Gründe zur Freude und wenige zum Trübsalblasen, oder??


Noch in Tarija; Weintour um 9:30. selbst für meinen Geschmack eine Nuance zu zeitig. Doch zu meiner Überraschung waren die "Roten" dieser Winzerei auch schon morgens gut trinkbar, so dass ich bereits gegen zehn ausgelassenster Stimmung war.

Kein toller Job jede Flasche einzeln zu etikettieren, in Papier einzuwickeln und ich den Karton zu verfrachten und das auch noch sonntags, Ich finde in Anbetracht dieser öden Beschäftigung lächelt die Gute noch sehr herzlich.


Im Sitzen fotografiert, am Plaza Central in Tarija aus einem Cafe mit endlich mal guten Kaffee: Die fröhlichsten Demonstranten die man sich vorstellen kann. Alle lachten und plauderten fröhlich vor sich hin. Aber vielleicht war es auch gar keine Demo, sondern die Menschen wollten sich einfach nur für die Wohltaten des Bürgermeisters bedanken - ich weiß es nicht und werde es auch nicht erfahren.

Bereits im Tupiza, dem "Toursprungbrett" zur Salzwüste. Mit dem Auto unterwegs dachte ich, ich hätte mich verfahren und fragte somit an dieser Grundschule die Lehrerin nach dem Weg in meinem lücken- und fehlerhaften Spanisch. Die blöden Kinder haben sich beinahe eingenässt vor Lachen. Gerne hätte ich den Rotzlöffeln in dieser Situation, die vielleicht in den siebziger Jahren des letzten Jh.doch etwas zu vorschnell in Misskredit geratene Nachkriegspädagogik hautnah erläutert. Süß waren die Kids trotzdem!

Gute Weisheiten! Zm Übersetzen allerdings zu faul!!

Tja, und so sieht das mitunter aus, wenn man in Bolivien durch die Ande fährt. Mir blieb das eine oder andere Mal die Spucke weg, so beeindruckt war ich ob der rauen Schönheit. Sofern man an die Idee des Schöpfers glaubt, dann hat er von seinem Lehrer für Bolivien bestimmt ne "eins" bekommen, ganz bestimmt

In eisiger Höhe befindet sich diese Geisterstadt, welche vor fast 500 Jahren komplett verlassen wurde, als sich die Nachricht von den unglaublichen Silbermengen Potosis auch bis hierher rumgesprochen hatte und jeder von den Bewohner dort sein Glück versuchen wollte.

Es war kalt am Morgen im Naturreservat. Kann man, glaub ich, hier ganz gut erkennen.

Hände in den Taschen, langer Pulli; langr Schatten. Immer noch kalt, aber auch verdammt schön.

Ein Vikuna-Gruppe. Neben den Guanakos, welche weiter im Süden des Kontinents leben. die einzige wilde Kamelart Südamerikas. Die Wolle von diesen Geschöpfen gilt als die wertvollste der Welt und Pullis daraus kosten ein Vermögen, warum auch immer. Ich bleib beim Polyester...

Die Laguna Verde, von mir blöd fotografiert. Sieht in Natura noch ein Eckchen cooler aus!

Einfach herrlich so ne Thermalquelle, menschenfreundlich auf wohlige 35°C temperiert. Da konnte man es schon eine ganze Weile aushalten, wohl auch weil das Verlassen des Beckens sich auf einer Genussskala umgekehrt proportional zum Einstieg ins Becken verhielt

Aktive Vulkane gibts da auch. Genau genommen eigentlich nur Solfataren und Schlammtöpfe, beide Erscheinungen jedoch auf geothermale Aktivität zurückzuführen

So sieht ein Andenschakal aus, der weder ein Schakal noch ein Fuchs ist, sondern zu den echten Hunden zählt. Der hier heißt Antonio und lässt sich lieber von Menschen füttern, als auf Jagd zu gehen. Find ich zwar gemeinhin blöd, aber andererseit braucht man kein Teleobjektiv für ein gutes Foto!

Und normalerweise sollte so eine Cuvier-Hasenmaus auf dem Speisezettel von Antonio stehen! Beim Anblick der zugequollenen und trägen Augen muss man annehmen, dass sich diese Nager von Kräutern ernähren, welche den Hauptbestandteil von Valium ausmachen. Kommt man den Viechern allerdings einen Schritt zu nahe, erklimmen sie in imposanter Gewschwindigkeit fast senkrechte Felsen. Ich war schwer beeindruckt.

Unsere Guidin im unserem Hotelflur der, wie das gesamte Gebäude auch sonst, vollständig aus Salz gebaut ist. Nachteil dieses Baustoffes; man hat bereits nach einer Nacht rissige Lippen aufgrund der trockenen Luft

Länger können Schatten nicht sein als in der Salar de Uyuni

"Spaßbilder" mit der geilsten Gruppe die ich mir hätte wünschen können!

Am Ende des Trips am Bahnhof der auch am Ende ist. Trotz der enormen Zahl an Touristen die täglich Uyuni besuchen, hat dieser Ort seine glanzvollen Tage längst hinter sich gelassen


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