Samstag, 10. Mai 2014

Potosi - Sucre - Oruro - La Paz

Die Tage rinnen dahin wie nichts und ich habe das Gefühl, nicht im Entferntesten das zu Gesicht zu bekommen, was ich zu Beginn der Reise dachte. Lässt sich nicht ändern. Rausche seit etwa 10 Tagen von Stadt zu Stadt und merke, wie gerne ich wieder mal, zumindest für ein Paar Tage, ins Dickicht möchte.

Potosi, am Fuße des "Silberberges", fand ich einfach großartig, wenngleich die Stadt sicher keinen Sauberkeitspreis hat gewinnen können. Dort ist einfach alles alt, die Gassen eng und die Häuser antik. Obwohl bei Wickipedia behauptet wird, die meist 500 Jahre alten Gebäude seinen schön restauriert und hergerichtet. hatte ich eher den Eindruck, in genau dieser Zeitspanne hat so ziemlich nichts an Instandsetzungen stattgefunden, doch genau das macht den Charme der Stadt aus - düster und abgerockt, so wie man sich das späte Mittelalter eben vorstellt.

Von Potosi bin ich dann in einer enstpannten 2-Stunden Autotour nach Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt Bolivien gefahren, allerdings nur für 24 Stunden, was vermutlich der Stadt nicht gerecht wird, denn Sucre ist der bisher sauberste und schönste Ort, den ich in Bolivien gesehen habe und außerdem schön warm, da die Stadt "nur" auf etwa 2800m Höhe liegt und da sind Shorts und T-Shirts tagsüber angesagt.

Hatte trotzdem keine grelegenheit meine Kamotten waschen zu lassen und meine einzige lange Jeans steht vor Dreck und dieser Zustand wird wohl noch einige Tage anhalten, da ich am Titicaca-See eher nicht halbnackt und mir FlipFlops flanieren möchte.-.

Eigentlich wollte ich La Paz, direkt am selben Tag erreichen an dem ich Sucre verlassen habe; das war ziemlich naiv. Denn die auf der Karte herrlich kurze Straße, welche mehr oder weniger direkt nach La Paz führt ist nach Aussage mehrerer Einheimischer nicht ohne 4x4 befahrbar - gut, dass ich gefragt habe.
Somit also wieder zurück nach Potosi und von dort weiter nach Oruro, wo ich spätabends eitrudelte. Das Hotel war OK, und bis auf einen guten Ausblick auf die Andenhochebene zaubert die Stadt nur den Freund bizarren Geschmacks  ein Lächeln auf die Lippen. Da ich Hunger hatte bin ich noch gegen Mitternacht auf die Suche nach was Essbaren gegangen. Die Strassen waren übersäht von Müllbergen um die sich die unzähligen Strassenhunde balgten. Wäre ich nicht glänzenster Laune gewesen, sondern nur einen Hauch unsicher, ich hätte nach zehn Metern auf dem Absatz kehrt gemnacht und wäre hungrig ins Bett gefallen. So hatte ich aber noch einige gute Snacks und muss sagen, dass die Bevölkerung absolut korrekt und freundlich ist.

Der nächste Morgen, Sonntag, Sachen gepackt und dann gehts los zum Titicaca-See. Und gleichzeitig bedeutet das auch, dass damit für mich auch die kalten Tage gezählt sind, denn danach gibts ein kurze Hosen-Programm in den tropischen Bereichen des Landes - Hurra, endlich warm und schwitzen!


Man rechnet ja stets mit vielem, aber in einer Minenstadt wie Potosi auf dem Markt ausgerechnet ein Trikot von Wolfsburg zu finden, welches dann auch noch als einziges von einer Puppe zur Schau gestellt wird, hat mir dann doch ein unverständliches Schmunzeln enbtzaubert

In der einst reichsten Silbermine der Welt, sitze ich neben dem Tio (Spanisch = Onkel, ist aber eigentlich der "diabolo"). Um eben jenen gütig zu stimmen, bekommt der werte Herr täglich seine Portion Koka-Blätter und auch eine ordentliche Protion 96%igen Schnaps. Selbiger wurde uns Touristen reichlich, gemischt mit Orangenlimo, eigeflößt. Am Ende war ich zum einen aufgrund fehlender Sicherheitsvorkehrungen und zum anderen nicht mehr dieses giftige Zeug trinken zu müssen, froh wieder das Tagerslicht zu erblicken.

Vom Glockenturm irgendeiner uralten Kirche aus fotografiert: der Silberberg. Heute ist er durchlöchert wie ein Käse und fördert immer noch Silber, Kupfer, Zinn, und Zink. Man mag kaum glauben, dass dieser Berg vor einigen hundert Jahren Tausende von Tonnen Silber (Reinheitsgrad bis 96%, wie der Schnaps!!) zu Tage gefördert hat.

Auf dem Weg von Potosi nach Sucre sieht man plötzlich von der Hauptstraße aus diese gewaltige Hängebrücke. mit jeweils zwei, ebenfalls gewaltigen Anfangstürmen. Es handelt sich um eine mit Sicherheit nicht ganz preiswerten Rekonstruktion einer ehemals wichtigen Handelsbrücke. Ehemals! Heute ist auf der einen Seite gar nichts und auf der anderen Seite ein winziges Dorf. Das Geld hätte man sinnvoller anlegen können, zumal keine 1,5 Km entfernt eine Autobrücke den Fluß überquert.

So richtig verstanden habe ich nicht, warum in derGegend von Sucre früher so viele Menschen eine doch etwas abnorme Schädelform hatten. Auf der Straße habe ich zumindest niemanden mit einem solchen Kopf gesehen, aber vielleicht tragen ja auch daher so viele Bolivianer und Bolivianerinnen solch merkwürdige Hüte??

Die Unabhängigkeitserklärung Boliviens aus dem Jahre 1809, ist im Prinzip auch nur ein loses Stück Papier. Beeindruckt war ich nicht!

Wie im Text beschrieben, hat Oruro kaum etwas zu bieten. Auf der höchsten Erhebung der Stadt befindet sich dann eines der Highlights: die heilige Jungfrau Maria. In Größe stehtr sie der Jesusfigur in Rio um nichts nach, ist allerdings dann doch etwas kitschiger. Nachts allerdings ist die Figur und der umgebende Berg so beleuchtet, dass man schon aus riesiger Entfernung einen großen Stern über der Stadt schweben sieht. Das fand ich schön und auch nicht kitschig.

Aus dem Auto fotografieren taugt einfach nichts! Gleich zwei sogenannte Staubteufel (kleinräumiger Luftwirbel) über die Hochebene wandern zu sehen, war dennoch beeindruckend und eine unscharfe Aufnahme wert!

Unser Guide auf der sogenannten Deathroad bei La Paz. Die Deathroad ist eine, größtenteils unbefestigete Straße, welche auf etwa 64 Km 3350 Höhenmeter überwindet. Wenn man nicht alles 5 Minuten anhalten würde, um blöde Fotos zu schießen, durchaus kurzweilig. Drei Leutchen aus der Gruppe haben sich allerdings tüchtig langgemacht und sich übelst die Ellenbogen und Knie verletzt. Die Teilnehmer der anderen Gruppen hatte daher alle Protektoren. Vielleicht ein Grund, warum unser Anbieter preiswerter war?!

Manchmal sind es die einfachen Dinge, die einen erfreuen. Der morgendliche Obstsalat aus zig verschiedenen Früchten mit Joghurt steht in Bolivien auf den Mätkten der großen Städte täglich auf meinem Speiseplan.




1 Kommentar:

  1. Nehm doch mal an, das du am Titicacasee die Uros besuchen gehst. Den hiesigen Schnaps(Pisco) sollte man auch dort nicht pur trinken, sondern als Pisco sour (mit Zucker, Eiklar und Eis gemixt) Komische Schädel mit noch absonderlichen Formen gibts in Cuzco zu sehen-manche sogar dreieckig :-) lieben Gruss aus Zürich, Helge

    AntwortenLöschen