Dienstag, 27. Mai 2014

Ein Desaster wendet sich zum Guten (Rurrenabarque - San Borja - San Ignacio - Trinidad)

Wenn ihr das lest, bin ich vermutlich schon in Trinidad oder auch schon in Santa Cruz, aber in diesem Nest von San Ignacio gibt es nun mal kein Internet – zumindest in meiner bescheiden gehaltenen Unterkunft nicht – und da ich jetzt schon wieder guter Dinge bin, das aber die letzten Tage keineswegs der Fall war, möchte ich wegen der emotionalen Nähe, die Ereignisse der letzten Tage nun schon schildern und nicht erst, wenn das Negative bereits in weite Ferne gerückt ist.



Kaum nachdem ich dem schönen Rurrenabarque den Rücken gekehrt habe fing es über Nacht, ich war bereits in einer Kleinstadt namens San Borja angelangt anfangen zu regnen als würde sich eine zweite Sintflut ankündigen. Der Regen dauerte auch noch den ganzen Tag und die nächste Nacht an, so dass ich wohl oder übel gezwungen war in San Borja für drei Tage auszuharren, da ich gehört hatte, es sei um die Straße Richtung Trinidad bei Nässe nicht gut bestellt. Wenn ich da schon gewusst hätte was das bedeutet, ich wäre nicht losgefahren und schon gar nicht optimistisch.



Die drei Tage des Wartens in einer an Langweiligkeit kaum zu übertreffenden Kleinstadt waren schon kein Traumurlaub, die Strecke nach Trinidad ein absolutes Fiasko. Wenn ich vor etwa zwei Wochen von der schrecklichen Strecke von La Paz geredet habe, so weiß ich jetzt: das war Kindergarten! Wenn die Geschichte mit Australien im letzten Jahr nicht gewesen wäre, so würde dieser Tag auf der Straße sicherlich unter den Topp-3 der schlimmsten Tage meines Lebens rangieren.

Losgefahren zeitig um kurz vor neun bildete sich aufgrund unterschiedlicher Fahrtgeschwindigkeiten ein Convoy von sieben Fahrezeugen; angekommen davon sind drei. Meins war nicht darunter, da ich mich ganz hinten befand und die anderen Fahrer und ich bis Mitternacht damit beschäftigt waren die anderen Autos freizuschaufeln. Teilweise sind sogar 4x4 liegengeblieben. Drei Fahrzeuge haben dann schließlich nah beieinander die Schlammpiste blockiert und final konnte ich dann mit dem Allradwagen zweier Ingenieure immerhin bis in den Ort fahren und noch schlafen. Matthias VW musste ich unfreiwillig im nächtlichen Nirgendwo abstellen, habe dies allerdings heute für viel Geld von einem großen Allradtruck in die Stadt bringen lassen. Selbiger Besitzer begleitet mich morgen dann auch noch nach Trinidad, selbstredend für noch mehr Geld, doch in bin froh überhaupt sicher dorthin gelangen zu können und von da an gibts dann auf meiner geplanten Route nur noch Asphalt. Das ich von oben bis unten völlig verschlammt war und geschaufelt habe, bis die Blasen aufgeplatzt sind und die Handflächen geblutet haben, uns zusätzlich die Moskitos bis zum Wahnsinn getrieben haben kam noch als Bonus hinzu. Nie wieder diese Straße ohne Allrad!

Am traurigsten an diesem Tag für mich die Tatsache, dass ich durch traumhafteste Natur gefahren bin mit unzähligen Papageien in den Bäumen und Alligatoren in den Gewässer zu beiden Seiten und mir das alles in Anbetracht der Situation völlig egal war, da ich nach acht Stunden Fahrt nur eine Gedanken im Kopf hatte; ich muss hier raus....

Nun, einen Tag später, bin ich nun in Trinidad, das Auto mittlerweile wieder repariert (der Ventilator war ausgefallen und die Spur eingestellt werden) und meine Laune ausgezeichnet. Die 80 Km nach Trinidad allerdings mal wieder abenteuerlich allerdings auch einmalig in seiner Schönheit, wie die Bilder zeigen werden. 
Wie oben bereits erwähnt, bin ich mit mit einer ordentlichen Stange Geld heute auf Nummner Sicher gegangen und habe den 4x4 Truck nbebst Fahrer als Begletung angeheuert. Der Truck hatte allerdings bereits nach 55 Km einen Totalschaden und der überlste Teil der Strecke kam erst später. Mit einer ordentlichen Portion Glück hab ichs dann schließlich doch bis zum Fluß geschafft. Nach der Überfahrt wars easy; Asphalt fast wie bei uns! 

Mit diesem Unwetter nahm das Unglück seinen Lauf. Blick aus meinem kläglichen Hotelzimmer, bzw. dessen Balkon in San Borja


 So sah der gute VW (schon mit arretierten Abschleppseil) nach halber Stzrecke via San Ignacio aus; katastrophal. Im Hintergrund sieht man schon meinen Helfer der mich gerade nach dem beschriebenen Höllentrip zur Sicherheit begleitet...

 ...dann aber zwischendurch noch jemanden anders aus der Patsche (im wahrsten Sinne des Wortes) helfen muss

angelangt auf der rettenden Fähre kurz vor Trinidad. Der Vuvu vorher gewasche, aber schon wieder verdreckt. Allerdings längst nicht so schlimm wie vorher...
Schda, dass ich von San Ignacio keine Bilder gemascht habe, denn es war eigentlich ein ganz charmanter Ort, trotz der Armut dort. Hatte aber einfach nur das Weiterkommen nach Trinidad im Kopf.

Nun die Bilder der Fahrt, die ausschließlich vom Straßenrand aus gemacht wurden und auch nur an Zufallsstopps. Das heisst, bis auf das Faultier und das Wasserschwein, habe ich kein Tier von der Straße aus gesehen und ich habe nur sechs mal angehalten. Ich war absolut geflasht!!!
Die Qualität der Fotos lässt leider teils zu wünschen übrig; habe leider wirklich ordentlich Kamera.

Ein abosluter Glücksfall, dass dieses Braunkehl-Faultier tagsüber den Baum verlässt und dann auch noch die Straße überquert.

Ein Rotbugara-Pärchen. Leider war die Distanz groß und das Licht diffus, so dass man die Färbund kaum erkennen kann - schade!

 Diesmal ein ausgewachsenes Wasserschwein (Cabybara)

 ich weiß, kam auch schon: das Totenkopsäffchen

OK, kein lebendes Tier. Uuter der katastrophalen Flut vor drei Monaten haben auch heute noch Zuchtiere und auch wildlebende Tiere zu leiden. Hunderte von Kadavern säumen den Straßenrand. Habe selten so ausgehungerte Kühe gesehen wie in dieser Region obwohl schon wieder Gräser reichlich vorhanden sind. Kühe brauchen ungeheuer lange, um Gewicht aufzunehemen, da sie ohnehin den ganzen Tag fast ausschließlich fressen. Gräser enthalten nur geringe Mengen an verwertbaren Stoffen.

Auch Wiederholung. Brillenkaimane habe ich bei jedem Halt gesehen. Bedroht oder gefährdet sind die bestimmt nicht.

Unbekannter Greifvogel. Da es in Bolivien unzählige von diesen Vögeln gibt, hatte ich nicht die Muse zur Recherche

 Der Bolivianische Brüllaffe kommt, wie der Name schon andeutet praktisch nur in Bolivien vor.

 Da hab ich mich geärgert. kaum hatte ich angehalten, lies sich dieser Südamerikanische Fischotter an der Wasseroberfläche blicken, schaute in meine Richtung und drehte sich einmal um sich selbst. Als ich dann die Kamera endlich zu hand hatte. lies er sich nur noch einmal für eine Sekunde blicken - blödes Viech!

Zusätzlich habe ich auf der Fährüberfahrt noch Flussdelfine gesehen und vorher zig Papageien, Störche, Hyazintharas und und und gesehen. Meine Tierbegeisterung kam noch in keinem Land so auf ihre Kosten wie in Bolivien. Zoo beim Autofahren ist phantastisch!

 

Donnerstag, 22. Mai 2014

Madidi Nature Reserve vs. La Pampa Nature Reserve

War jetzt für eine Woche unterwegs; drei Tage im Dschunbgel und danach drei Tage in der Feuchtpampa (Überschwemmungsland). Beide Touren waren bis auf Kleinigkeiten sensationell, bis auf die Moskitos, welche mich trotz Repellents kurz und klein gestochen haben. Bisher noch keine Anzeichen von Dengue-Fieber, also alles OK; die Beine sehen allerdings ziemlich ramponiert aus. Hänge im Moment noch in Rurrenabaque ab. mit Maxime, einem Franzosen mit dem ich die Dschungeltour gemacht habe. Obwohl ich keine Lust habe mich gleich ins Auto zu setzen, werde ich wohl in den nächsten Stunden nach Trinidad fahren - 10 Stunden für 300 Km, sofern die Straße überhaupt wieder frei ist von den Überschwemmungen. Voy a ver!

Stunden später und ich habe mal gerade 150 Km bis nach San Borja geschaftt. Die Straße ist natürlich noch nicht befahrbar, doch die Menschen hier sind optimistisch, dass ich morgen weiterfahren kann, sofern es nicht wieder regnet in dieser Nacht. Hoffentlich nicht!!!

Das Hotel ist OK und ich habe Internet, könnte also alles deutlich schlimmer sein.... 


Welche Tour anhand der Fotos die bessere war könnt ihr vielleicht anhand der Bilder entscheiden!

Hier zunächst Madidi:


Das die "Dünnschlange" dünn ist stimmt wohl. besonders einfallsreich ist der deutsche Name dennoch nicht gewählt. Parrot-Snake, wie im englischsprachigen Raum genannt, ist da schon cooler

Brillenkaimanwinzling war die Belohnung für stundenlanges Rudern auf dem See. Die ausgewachsenenen Tiee waren pfiffig genug bei unserer Annäherung rechtzeitig abzutauchen

Unbekannter Baumfrosch: es gibt einfach zu viele Amphibien auf der Welt, um auch nur einen Bruchteil zu kennen.

Ein Winzling!! Dieser Glazschenkel-Bausmsteigerfrosch ist ein ungiftiger naher Verwandter der Pfeilgiftfrösche. Manchmal werden diese Frösche auch als Raketenfrösche bezeichnet. Warum weiß ich zwar nicht, aber der Name gefällt mir gut.

Aufgrund der doch recht regelmäßig im Reservat eintrudelnden Touristen ist die dort lebende Sippe der Schwarzgesichtklammeraffen wenig scheu. Dieses freche Weibchen ist mir sogar auf den Kopf geklättert, hat gefiept und mich dann angepingelt. Meine Begeisterung darüber hielt sich in Grenzen.

Nicht die erste Vogelspinne auf dieser Tour und auch nicht die kleinste!

Über die Sichtung einer ausgewachsenen Regenbogenboa freut sich der Würgeschlangenfreund. Die Schlange eher weniger, denn wie es so meine Art ist musste ich sie gleich packen. Mehrfache Beissversuche in meine Jeans zeugten doch von erheblichen Unmut dieser schönen Schlange.

Doofe Waldschildkröte. Owohl wir sowohl gewartet haben und ich nicht gerade sanft versucht habe, das Tier aus dem Pazer zu ziehen; es war nichts zu machen


Warum dieses meugierige Tapiweibchen morgens regelmäßig unsere Hausbesucherin war ist mit ein Rätsel


Wasserschweinbaby auf der Suche nach seiner Mutter. Immerhin konnte sich das arme Tier bereits selbständig ernähren

Schöne Unterkunft in Madidi; um Längen komfortable als die Dreckshütte in der Pampa

Wiedersehen in Rurrre mit Jean-Pierre, welcher uns zur Begrüßung netterweise ein kühles Bierchen kredenzte

Und nun die Pampa:

Schäbiges Drecksloch in der Pampa

Flosse vom Bolivianischen Flussdelfin. Obwohl die Delfine bei unseren Bootstouren häufige Begleter waren, ein besseres Foto hab ich nicht hinbekommen

Brillenkaiman mal etwas größer. Dieses Reptil ist aber auch nur so gut zu fotografieren, weil es ständig angefüttert wird

Wiedersehen mit Maxime beim Bier - so schüchtern wie er auf dem Bild tut ist er Bei weitem nicht!

Würgeschlangenglücksfall No. 2: Wirklich eine Anakonda zu entdecken übertraf meine Erwartungen eindeutig!

Terekay-Schienenschildkröten beim gemeinsamen Sonnenbad

Bei unserer Angeltour. Warum die Piranhas gefürchtete Fische sind. kann man dem Bild ganz gut entnehmen. Angriffslustig gegenüber Menschen sind sie allerdings dennoch nicht. Angriffe wie vor einigen Monaten in Rosario / Argentinien. bei denen recht viele Menschen verletzt wurden. sind die Ausnahme. Als Speisefisch nur bedingt geeignet; ist einfach zu wenig dran.

Bolivianisches Totenkopfäffchen. Auch in diesem Falle hat das mit dem guten Foto nur geklappt, weil blöde Touristen die an sich scheuen Tiere mit Bananen zu füttern. Offensichtlich mögen alle Affen intuitiv diese Frucht, denn in der Pampa gibt es keine Bananenstauden

Jabiru; ein Strochenvogelgigant. Obwohl wir schon recht nah mit dem Boot bei dem Tier waren, hat es sich bei Jagen kaum stören lassen

Eine Gelbbrustarasippe in ihrem Baum. Aras sind phantastische Vögel. welche man immer nur mindestens zu zweit fliegen sieht. Im Unterschied zu uns Menschen bleiben Pärchen Zeit ihres Lebens zusammen und das sind immerhin ebenfalls mindestens 60 Jahre!!

Der Sonnenuntergang in der Pampa sticht. da konnte der Regenwald nicht mithalten. Wie auch, wenn die Freifläche zum Schauen fehlt.

Donnerstag, 15. Mai 2014

La Paz - Copacabana (Lago de Titicaca) - La Paz - Rurrenabaque

Hurra, endlich wiederr in den schönen, warmen Tropen mit den vielen, vielen Moskitos, die mein Blut sehr lieben. Mir egal, hauptsache warm, tags wie nachts! Rurrenabaque ist ein ziemlich kleines bolivianisches Nest an den Ufern des recht großens und schlammigen Rio Beni gelegen. Der Geograph spricht hier auch schon von der Amozonas-Ebene und das Biologenherz in mir freut sich auch schon auf die ganzen verschiedenen Geschöpfe, die ich hoffentlich alle zu Gesicht bekommen werde; na ja, zumindest ein Paar von ihnen.

La Paz und Titicaca waren grandios, allerdings war ich trotz aller Schönheit der kalten Nächte durchaus überdrüssig und die Anden sehen mich auf dieser Reise nicht mehr, denn den Regenwald finde ich nach wie vor reizvoller. Alölerdings waren die 415 Km von La Paz hierher ein einziges Desaster. Nachdem ich La Paz gegen 10:00 morgens verlassen habe, musste ich nach bereits 70 Km feststellen, dass die Straße Richtung Norden wegen Bauarbeiten jeden Tag zwischen 7:00 morgens und 17:00 gesperrt ist. Hervorragend, gleich mal schön 4 Stunden in der Hitze stehen und ausharren. Als die Pforten dann geöffnet wurden, war schnell klar, warum gebaut wurde. Schlimmer kann eine Straße (Bundesstraße wohlgemerkt!) kaum sein. Ich könnte jetzt in epischer Breite von den katastrophalen Ereignissen der Fahrt berichten, belasse es aber bei den Fakten: Für die genannte Distanz habe ich insgesamt 14h benötigt, 200 Km waren jedoch schon fertiggestellt, also gut in Schuss. Man kann sich also recht einfach ausrechnen, wie "schnell" ich auf der restlichen Strecke war....

So genuig für heute, morgen gehts früh raus in den Nationalpark, Tierchen suchen

So sieht er aus, der Titicacasee. Ich weiß noch, dass meine Vorstellung des Sees als Kind irgendwie abenteuerlicher war und das dort wilde Tiere und Menschen leben. Tiere habe ich kaum gesehen und die Menschen dort sind wohl eher als träge zu bezeichnen...

 Einen Rgenebogen, der sich sogar am Land abzeichnet habe ich noch jie vorher zu Gesicht bekommen. Für den Ausflug auf die Isla del Sol war der Regen unwillkommen, verspricht der Name doch eher anderes Wetter

An der dritten, gleichwohl absurden Zahlstelle auf der Insel mit Billy, einem ziemlich chaotischen wie auch witzigen Dauerreisenden aus England

In Köln könnte man denken, man habe nach Karneval vergessen den Nubbes zu verbrennen. Der Grund der Puppe ist leider weniger lustig. Die Puppe ist stellvertretend für einen Dieb, welcher in dieser Ortschaft gelyncht wurde und soll als Mahnung dienen. Dieser hat, wie auf dem Schild zu lesen, Benzin gstohlen - krass!!!

 In diesem Schilfgürtel scheiterte mein letzter Versuch doch noch den riesigen Titicaca-Frosch zu sichten.

 Moloch la Paz....

Das sagenhafte Inkagold hatte ich mir auf jeden Fall pompöäser vorgestellt. Das dargestellte Kleidergold ist allerdings höchstens einen Nanometer dick. Andererseits wären natürlich auch zentimeterdicke Goldplatten bei der Fortbewegung  hindelich

 Die Schweinsgesichtpuschen aus dem 16.Jh. hätte ich gerne in meinen Besitz übergehen lassen.

Für drei Stunden mal wieder Lehrer sein. Zufällig traf ich in La Paz beim Mittagessen einen Englischlehrer, welcher mich fragte, ob ich nicht Lust hätte am Abend gast in seinen Englischklassen zu sein - ich hatte!

 In der 4-stündigen Warteschleife vor der Baustelle; noch mit guter Laune, was sich bald legen sollte.


Die beiden Winzlingschwestern sind mit absoluter Gewissheit die jüngsten Tramperinnen, welche ich je mitgenommen habe! Einen Schulbus gabs da wohl nicht und der Weg war wirklich weit!!

 Wie grausam die Straße in real war, kann mit vielleicht hier etwas erahnen??

Angekommen!!! Sonnenuntergang am Rio Beni

Samstag, 10. Mai 2014

Potosi - Sucre - Oruro - La Paz

Die Tage rinnen dahin wie nichts und ich habe das Gefühl, nicht im Entferntesten das zu Gesicht zu bekommen, was ich zu Beginn der Reise dachte. Lässt sich nicht ändern. Rausche seit etwa 10 Tagen von Stadt zu Stadt und merke, wie gerne ich wieder mal, zumindest für ein Paar Tage, ins Dickicht möchte.

Potosi, am Fuße des "Silberberges", fand ich einfach großartig, wenngleich die Stadt sicher keinen Sauberkeitspreis hat gewinnen können. Dort ist einfach alles alt, die Gassen eng und die Häuser antik. Obwohl bei Wickipedia behauptet wird, die meist 500 Jahre alten Gebäude seinen schön restauriert und hergerichtet. hatte ich eher den Eindruck, in genau dieser Zeitspanne hat so ziemlich nichts an Instandsetzungen stattgefunden, doch genau das macht den Charme der Stadt aus - düster und abgerockt, so wie man sich das späte Mittelalter eben vorstellt.

Von Potosi bin ich dann in einer enstpannten 2-Stunden Autotour nach Sucre, der konstitutionellen Hauptstadt Bolivien gefahren, allerdings nur für 24 Stunden, was vermutlich der Stadt nicht gerecht wird, denn Sucre ist der bisher sauberste und schönste Ort, den ich in Bolivien gesehen habe und außerdem schön warm, da die Stadt "nur" auf etwa 2800m Höhe liegt und da sind Shorts und T-Shirts tagsüber angesagt.

Hatte trotzdem keine grelegenheit meine Kamotten waschen zu lassen und meine einzige lange Jeans steht vor Dreck und dieser Zustand wird wohl noch einige Tage anhalten, da ich am Titicaca-See eher nicht halbnackt und mir FlipFlops flanieren möchte.-.

Eigentlich wollte ich La Paz, direkt am selben Tag erreichen an dem ich Sucre verlassen habe; das war ziemlich naiv. Denn die auf der Karte herrlich kurze Straße, welche mehr oder weniger direkt nach La Paz führt ist nach Aussage mehrerer Einheimischer nicht ohne 4x4 befahrbar - gut, dass ich gefragt habe.
Somit also wieder zurück nach Potosi und von dort weiter nach Oruro, wo ich spätabends eitrudelte. Das Hotel war OK, und bis auf einen guten Ausblick auf die Andenhochebene zaubert die Stadt nur den Freund bizarren Geschmacks  ein Lächeln auf die Lippen. Da ich Hunger hatte bin ich noch gegen Mitternacht auf die Suche nach was Essbaren gegangen. Die Strassen waren übersäht von Müllbergen um die sich die unzähligen Strassenhunde balgten. Wäre ich nicht glänzenster Laune gewesen, sondern nur einen Hauch unsicher, ich hätte nach zehn Metern auf dem Absatz kehrt gemnacht und wäre hungrig ins Bett gefallen. So hatte ich aber noch einige gute Snacks und muss sagen, dass die Bevölkerung absolut korrekt und freundlich ist.

Der nächste Morgen, Sonntag, Sachen gepackt und dann gehts los zum Titicaca-See. Und gleichzeitig bedeutet das auch, dass damit für mich auch die kalten Tage gezählt sind, denn danach gibts ein kurze Hosen-Programm in den tropischen Bereichen des Landes - Hurra, endlich warm und schwitzen!


Man rechnet ja stets mit vielem, aber in einer Minenstadt wie Potosi auf dem Markt ausgerechnet ein Trikot von Wolfsburg zu finden, welches dann auch noch als einziges von einer Puppe zur Schau gestellt wird, hat mir dann doch ein unverständliches Schmunzeln enbtzaubert

In der einst reichsten Silbermine der Welt, sitze ich neben dem Tio (Spanisch = Onkel, ist aber eigentlich der "diabolo"). Um eben jenen gütig zu stimmen, bekommt der werte Herr täglich seine Portion Koka-Blätter und auch eine ordentliche Protion 96%igen Schnaps. Selbiger wurde uns Touristen reichlich, gemischt mit Orangenlimo, eigeflößt. Am Ende war ich zum einen aufgrund fehlender Sicherheitsvorkehrungen und zum anderen nicht mehr dieses giftige Zeug trinken zu müssen, froh wieder das Tagerslicht zu erblicken.

Vom Glockenturm irgendeiner uralten Kirche aus fotografiert: der Silberberg. Heute ist er durchlöchert wie ein Käse und fördert immer noch Silber, Kupfer, Zinn, und Zink. Man mag kaum glauben, dass dieser Berg vor einigen hundert Jahren Tausende von Tonnen Silber (Reinheitsgrad bis 96%, wie der Schnaps!!) zu Tage gefördert hat.

Auf dem Weg von Potosi nach Sucre sieht man plötzlich von der Hauptstraße aus diese gewaltige Hängebrücke. mit jeweils zwei, ebenfalls gewaltigen Anfangstürmen. Es handelt sich um eine mit Sicherheit nicht ganz preiswerten Rekonstruktion einer ehemals wichtigen Handelsbrücke. Ehemals! Heute ist auf der einen Seite gar nichts und auf der anderen Seite ein winziges Dorf. Das Geld hätte man sinnvoller anlegen können, zumal keine 1,5 Km entfernt eine Autobrücke den Fluß überquert.

So richtig verstanden habe ich nicht, warum in derGegend von Sucre früher so viele Menschen eine doch etwas abnorme Schädelform hatten. Auf der Straße habe ich zumindest niemanden mit einem solchen Kopf gesehen, aber vielleicht tragen ja auch daher so viele Bolivianer und Bolivianerinnen solch merkwürdige Hüte??

Die Unabhängigkeitserklärung Boliviens aus dem Jahre 1809, ist im Prinzip auch nur ein loses Stück Papier. Beeindruckt war ich nicht!

Wie im Text beschrieben, hat Oruro kaum etwas zu bieten. Auf der höchsten Erhebung der Stadt befindet sich dann eines der Highlights: die heilige Jungfrau Maria. In Größe stehtr sie der Jesusfigur in Rio um nichts nach, ist allerdings dann doch etwas kitschiger. Nachts allerdings ist die Figur und der umgebende Berg so beleuchtet, dass man schon aus riesiger Entfernung einen großen Stern über der Stadt schweben sieht. Das fand ich schön und auch nicht kitschig.

Aus dem Auto fotografieren taugt einfach nichts! Gleich zwei sogenannte Staubteufel (kleinräumiger Luftwirbel) über die Hochebene wandern zu sehen, war dennoch beeindruckend und eine unscharfe Aufnahme wert!

Unser Guide auf der sogenannten Deathroad bei La Paz. Die Deathroad ist eine, größtenteils unbefestigete Straße, welche auf etwa 64 Km 3350 Höhenmeter überwindet. Wenn man nicht alles 5 Minuten anhalten würde, um blöde Fotos zu schießen, durchaus kurzweilig. Drei Leutchen aus der Gruppe haben sich allerdings tüchtig langgemacht und sich übelst die Ellenbogen und Knie verletzt. Die Teilnehmer der anderen Gruppen hatte daher alle Protektoren. Vielleicht ein Grund, warum unser Anbieter preiswerter war?!

Manchmal sind es die einfachen Dinge, die einen erfreuen. Der morgendliche Obstsalat aus zig verschiedenen Früchten mit Joghurt steht in Bolivien auf den Mätkten der großen Städte täglich auf meinem Speiseplan.