Sonntag, 13. April 2014

...mit dem Auto in den Norden Argentiniens

Wieder in Argentinien und gerade finde ich das auch ausgezeichnet so. Als ich letzte Woche von der Osterinsel aufgebrochen bin, war ich doch ganz schön traurig diese verträumte und langsame Insel und die warmen Temperaturen dort wieder aufgeben zu müssen, aber andererseits will man sich ja auch keine Sachen doppelt anschauen und seien sie auch noch so imposant wie die Steinmännchen dort und außerdem ließ mir der alleingelassene Wagen in den Anden keine Ruhe. Zunächst habe ich mir aber noch in den Chilenischen Anden das neu erworbene Grundstück von Ben angeschaut und konnte vor Ort nachvollziehen, warum er diese große Parzelle gekauft hat, Ein Grundstück welches einen Ausblick auf drei Täler hat und zwei kleine Flüsse auf sich vereinigt findet man auch in Chile nicht unbedingt an jeder Ecke.
Am Freitag gings dann mit dem Minibus zur Grenze, hoffenmd, dass der VW den dortigen Aufenthalt gut überstanden hat und noch da steht, wo er von mir abgestellt wurde. Wenngleich völlig verstaubt, sonst aber unversehrt stand der eigentlich ziemlich hässliche Suran von der Sonne beschienen immer noch auf dem Parkplatz. Da habe ich mich ganz schön gefreut und als das Auto dann auch noch sofort angesprungen ist, noch mehr.

So, einen Tag später, Frühstückszeit. Wollte gestern Abend nur eine kurze Dusche nehmen und dann den Eintrag beenden, bin dann allerdings in voller Montur gegen 1:30 ungeduscht auf meinem Bett wach geworden und habe dann sinnvollerweise weitergeschlafen. Befinde mich nun - es ist 9:00 morgens - in einem Cafe, erledige meine Mails und stehe kurz vorm Herzinfakt, da der argentinische Cortado sich hinter seinem italienischen Analog, dem doppelten Espresso macchiato, ich verstecken muss.

Die letzten drei Tage rausche ich nun mit dem kleinen Bruder des VW Passats argentinischer Produktion, vom zentralen Westen des doch gewaltigen Landes gen Norden und erfreue mich der unbeschreiblich schönen Berglandschaft fernab der touristischen Pfade. Obwohl es mir wohl verwehrt bleiben wird, mit dem Auto auch in andere Länder, so z.B. Bolivien, einreisen zu können, bin ich jeden Tag aufs Neue glücklich darüber, dass mit Matthias das Auto geliehen hat, egal was ich später dann als Leihgebühr zu entrichten habe... 
Aber darüber werden wir uns ohnehin die nächsten Tage unterhalten können, da er über die Ostertage frei hat und ich ihn übermorgen in Salta vom Flughafen abholen werde und wir dann einige Tage gemeinsam die Schönheiten der Natur erkunden könne. Auch darauf freue ich mich. 
So, jetzt muss ich erstmal runterkommen vom Koffeeinrausch und einen kleinen Spaziergang unternehmen, bis meine Wäsche fertig ist und ich das vertäumte Städtchen Santa Maria wieder verlassen kann. 
Frohe Ostern euch!


Diese große Bretterbude ist keine Lagerhalle, sondern der wohl verschlafenste internationale Flughafen weit und breit. Bei einer Ankunft und einem Abflug täglich, ist bei den Mitarbeitern des Flughafens der Osterinsel kein Burnout zu befürchten

6:15 morgens in Santiago de Chile. Wie froh ich war, als ich feststellte, dass meine Bahn in die Gegenrichtung doch um einiges leerer war. Die Fülle hätte mir mit meinen beiden Rucksäcken doch glatt den ganzen Tag vergrätzt, zumal es später an der Grenze, wie zu erwarten Probleme mit dem Auto gab. Die konnten allerdings gelöst werden und Zöllner und ich konnten gemeinsam über die doch ziemlich ungewöhnliche Situation lachen, dass jemand die Grenze mit einem Auto passiert, ohne je wirklich in das andere Land (Chile) eingereist zu sein.

So schön der Nationalpark auch war, er ist nicht zu empfehlen, da man die ganze Zeit im Konvoi hinter einem Ranger herfahren muss und dann bei verschiedenen Stationen etwas zu den Besonderheiten des Parkes auf Spanisch erzählt bekommt. So weit ich das verstanden habe, handelt es sich bei diesen Steinkugeln ursprünglich um Perlen, welche von urtümlichen Muscheln mit der Zeit gebildet wurden. Gerne hätte ich hier mit dem Hämmerchen eine Kugel zertrümmert, um dieser Aussage auf den Grund gehen zu können, aber weder hatte ich ein Hämmerchen griffbereit, noch hätte der Ranger mir wohl dies gestattet. Aber vermutlich habe ich den ganzen Schmuh ohnehin vollständig falsch verstanden.

Diese vermeintlichen Müllberge findet man an Argentiniens entlegenen Straßen regelmäßig. Doch handelt sich hier um ein Ritual, welxches seinen Ursprung in einer traurigen Begebenheit findet. Vor einigen Jahrzehnten ist wohl eine Mutter mit ihrem Säugling auf einer ähnlich entlegenen Straße unterwegs gewesen und wurde von den Fahrern der vorbeifahrenen Autos nicht beachtet. Sie verdurstete am Straßenrand. Ihr Säugling konnte gerettet werden, da er an der Brust der verstorbenen Mutter noch ausreichend Flüssigkeit trinken konnte. Seitdem findet man, wie erwähnt, an vielen Stellen große Mengen an mit Wasser gefüllten Flaschen zuir Erinnerung und als Mahnung für dieses schreckliche Ereignis.


Dafür, dass dieses Bild mit dem Selbstauslöser aufgenommen wurde, doch ganz gut geglückt. Das panorama des ausgetrockneten Sees, hat mich ganz schön beeindruckt, so mit der abnedlichen Sonnenreflektion. Erschreckend allerdings mein sehr deutlicher Bauchansatz. Die Ernährung in Südamerika ist um Längen ungesünder als in Südostasien. In Deutschland wird also wieder Sport getrieben wie verrückt: dem weiteren Wachstum dieser unschönen Körperbereiche muss Einhalt geboten werden!

Papageien hatte ich in den Bergregionen absolut nicht erwartet, zudem diese Burschen von ziemlich ansehnlicher Größe waren. Es handelt sich um den sehr selten gewordenen Felsensittich, der von den bekloppten Argentiniern laut Wickipedia wohl als Ernteschädling ganz gerne mal abgeknallt (und verzehrt??) wird. In Chile steht er immerhin unter Schutz!

Nach Einbruch der Dunkelheit muss man ganz schön aufpassen, damit man den Argentinischen Kampfuchs (ich finde diesen Tiernamen großartig, wenngleich mir nicht klar ist, warum hier nur ein "f" vorkommt) nicht plattfährt, wenn er so majestetisch ohne Beachtung etwaigen Verkehrs über den noch warmen Asphalt tänzelt.

Ein einsamer Stier auf einer Sandbank. Das Motiv gefiel mir wohl, bin jedoch recht schnell dort verschwunden, da sich seine am Uferbereich befindlichen Stierkollegen bereits mit schabenden Hufen anschickten, mich alsbald von ihrer Wiese vertreiben zu wollen.

Eine derartige Ansammlung von Blattwanzennymphen (und das hier ist nur ein Bruchteil der am Ast sitzenden Tiere; als Nymphe wird bei Wanzen ein noch unfertiges / unfruchtbares Tier bezeichnet) habe ich noch nie gesehen. Auch ist mir der Sinn dieser Versammlung absolut unklar.

Dieser ziemlich aggressive Skorpion kam bei einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, dem Steineumdrehen, zum Vorschein. Seit meinem Skorpionstich auf Sulawesi, begegne ich dieses Kreaturen nun mit einem ziemlichen Respekt.

Ob diese Paprikaschoten wohl irgendwann als Paprika "edelsüß" in einem Ostamnn-Gläschen landen, weiß vielleicht nicht mal der Paprikabauer.

Zu diesem Bild soviel: der Gesichtsausdruck ist bescheuert, die Sonnenbrille gleichermaßen. Lediglich der Ausblick auf die Hochebene ( 1930 m ü NN) ist ordentlich. Die Sonnenbrille habe ich kurz vorher gefunden und wollte nun wissen, wie gut sie mir wohl stehen mag. Was meint ihr??

2 Kommentare:

  1. Ich muss dir zwar recht geben, aber Christiane findet die Brille toll ( Sie ist stolze Besitzerin von ein paar wirklich hässlichen Exemplaren...)

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  2. Die Brille ist ganz sicher nicht toll und verstaubt daher auch von mir nicht mehr beachtet irgendwo im Auto. Sofern ich sie nicht im Auto vergesse, kann sie gerne in Christianes Besitz übergehen!

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