Freitag, 25. April 2014

Doch noch über die Grenze nach Bolivien

Hänge nun schon seit vier Tagen in Tarija ab, eine kleineren Großstadt im südlichen Teil Boliviens und wenngleich ich hier auch keine phantastischen Abenteuer erlebe, lässt es sich doch dort ganz gut aushalten, denn die Menschen sind gastfreundlich, das Hotel ordentlich und das Leben ziemlich preiswert. Außerdem will ich, bevoer ich mich zum Rundtrip aufmache, verbindlich in Erfahrung gebracht haben, wo ich als Ausländer Benzin bekomme, denn das ist wie ich schon bemerkt habe nicht ganz einfach, da der Sprit staatlich subventioniert wird (38ct/l!!) und daran sollen die Touristen verständlicherweise nicht partizipieren. Aber tanken muss man ja dann doch schließlich auch als motorisierter Landesgast, obwohl es andererseits vermutlich auch nicht sehr kostspieleig wäre sich von Einheimischen durchs Land schieben zu lassen, nur eben langsamer!

Dass ich üebrhaupt noch einmal versucht habe, Argentiniens Grenze mit Mattias VW zu überqueren, habe ich eigentlich auch nur einer zufälligen Begegnung zu verdanken. Nachdem ich Matthias letzten Sonntag in Salta zum Flughafen gebracht habe, bin ich gleich in den so ziemlich nördlichsten Zipfel Argentiniens gefahren, da es dort recht vielversprechende Nationalparke gibt und ich mal wieder im Dickicht rumlaufen wollte. Zunächst verschlug es mich nach Libertador General San Martin, da diese Stadt sich mehr oder weniger direkt vor den Toren des Parque National Calilegua befindet. Die Stadt ist ein einziger Alptraum; dreckig, verwahrlost, arm, jedoch daher auch echt billig. Da billig allerdings auch nicht alles ist, habe ich mich nach dem Besuch des Parks auch schnell wieder "verpisst" und bin in die nächste Stadt, San Ramon de la Nueva Oran, kurz Oran, gefahren. um mich dort über die Anfahrt in einen anderen Nationalpark zu informieren. 
Über eine sonderliche Gesprächskette landete ich schließlich in einem Cafe und hatte dort ein Treffen mit einem wirklich, die Geographie seiner Gegend betreffend, superfitten älteren Herrn. Ums kurz zu machen. er riet mir es doch einfach nochmal an der Grenze zu probieren, da Bolivien ein ganz wundervolles Land sei, und wenn es nicht klappen sollte mit der Einreise, könne ich ja zurückkehren und man würde abends gemeinsam Essen und sich einen hinter die Binde Kippen. Der Vorschlag klang sinnvoll und so bin ich heute hier wo ich bin. Und nebenbei bemerkt: Bolivien ist, so ist zumindest jetzt noch mein Eindruck, ein absolut schönes Land!!


Das ist Miguel. der schlechteste selbsternannte Touristenguide der mir je begegnet ist; gleichzeitig auch arbeitend an der Rezeption meines Hotel in San Martin, dem Drechsloch (auch das Hotel). Ich will ihm jetzt nicht Unrecht tun, da er wirklich zuvorkommend war, aber dass die von ihm erhobene Tagesgage von 300 Argentinischen Peso (offiziell getauscht etwa 27,-€) als Guide im Nationalpark nicht im Entferntesten gerechtfertigt ist wurde mir spätestens klar, als er mir nicht einmal den Namen des in Südamerika am weit verbreitetsten Greifvogels nennen konnte, sondern nur "aguila" (Adler) stammelte. Deswegen sind wir dann auch nur über den Markt gechlendert und ich bin mit 100 peso davongekommen, was auch schon üppig bemessen war.

Deswegen bin ich dann auch allein in den Nationalpark. auch in derHoffnung einen Tapir zu sehen. Aber auch bei meinem fünften Tapirfindungsnationalparkbesuch, konnte ich wieder nur seine Spuren im Sand finden. Blöde nachaktive Tapire!!

Auch Ameisenbär, Jaguarundi, Riesenotter und Jaguar: Fehlanzeige. Stattdessen zu meiner großen Freude zwei hübsche Schlangen: einmal Neuwied's Lanzenotter, eine ziemliche giftige Grubenotter, welche ich natürlich gleich wieder fangen musste. Irgendwann mal beisst mich eins von den Viechern und dann guck ich blöd, aber vorher lern ichs glaub ich nicht mehr...

 und keine zwei Meter von der Lanzenotter entfernt, schwamm dann diese, vermutlich zu den Korallenottern gehörende Schlange in einem Wasserloch rum.


Die Bildqualität ist scheiße, ich weiß. Doch den erhebenden Augenblick in wenigen Metern auf der Brücke Bolivien erreicht zu haben, wollte ich trotz Gruselwetters bildlich festgehalten wissen.Den Grenzübetritt musste ich mir aber mit ziemlich viel Schweiß und auch Blut erkaufen. Bis ich endlich alle Stempel hatte, hatte ich an fünf Stationen anzuhalten und an jeder dieser Stationen warteten Zöllner und unzählige mosquitos negro auf mich. Nicht übertrieben, ich hatte mindestens 100 Stiche von diesen winzigen und überflüssigen Krankheitüberträgern an den Beinen!


 Und das ist sie also, meine nette, kleine langweilige Großstadt Tarija mit ihrer kleinen Kathedrale.


Hier scheinen die Stadtväter Erfindergeist beweisen zu wollen; wenn wir schon keine Metropole sind, dann tun wir zumindest so und machen aus ner popeligen zweispurigen Strasse mal eben ne siebenspurige. Wohlgemerkt in jede Richtung! Die Spur zu halten versetzt den Autofahrer indes in gewisse Schwierigkeiten, allerdings so viele gibts davon, wie das Foto belegt, ja auch nicht davon,

Über den Wolken. Beim Anblick der Kreuze im Zusammenhang mit der Qualität der Straße, war mir nicht sehr wohl zumute. Aus ungeklärter Ursache ist hier in etwa 4000m Höhe ein Bus vor 10 Jahren von der Fahrbahn abgekommen und in die Tiefe gerutscht. Noch heute ist die Kondorpopulation ziemlich gesund in dieser Region...

 Vielleicht kennt der eine oder andere noch die Episode von Jim Knopf mit dem Scheinriesen Herrn Turrturr, der, je weiter man von ihm entfernt war, immer größer erschien. Das selbe Phänomen gibt es wirklich und zwar bei dieser Kirche. Auf meinem Touri-Flyer hatte die Kirche scheinbar beinahe Kölner Dom Ausmaße, in der Realität passt sie vermutlich in einen Bulli.

Was soll ich sagen; irgendwelche Fotots will man ja schließlich auch von sich haben und da ich ja alleine bin, bleibt nur der Selbstauslöser.

Die losfliegenden Flamingos waren auch heute wieder einer der Momente an denen ich dachte, dass ich immer noch nicht so richtig die Nase voll habe vom Reisen, sondern immer noch Lust auf "Mehr" habe.

Samstag, 19. April 2014

weiter im herrlichen Norden mit Matthias auf Osterurlaub (vollständig)

Bin immer noch im Norden von Argentinien mit Matthias, der über Ostern für fünf Tage Schulfrei hat. Diese Region des Landes, darüber sind wir uns nach drei gemeinsaen Tagen einig, ist eines der attraktivsten Reiseziele, die wir beide bisher kennengelernt haben und auch Matthias ist schon ganz schön rumgekommen. Der einzige Minusfaktor ist der fehelnde Meerzugang, der aber durch die Vielseitigkeit der Landschaft - von kargen Hochgebirgsregionen, klaren Seen und Flüssen und subtropischen Regenwäldern gibt es hier reichlich - beinahe ausgeglichen werden kann.
Gerade, es ist Samstag Mittag, sitzen wir in einem winzigen Kaff am Rande der Berge; Matthias korrigiert und ich schreibe Blog.

Wir schwitzen beide in der Sonne, bei reichlich cafe con leche. Wenngleich der Herr Lehrer unentwegt den Rotstift über die Klausurseitenränder tanzen lässt, kommen am Ende fast immer nur gute Noten heraus. Ich denke, er benotet zu wohlwollend, zumal ich bei zufälligem Gegenlesen einer Klausur Schwierigkeiten hatte überhaupt irgendetwas zu verstehen. Abar man kann ja schließlich auch nicht nur Fünfen und Sechsen verteilen.

Seit dem letzten Eintrag habe ich bzw. haben wir etwa 2000 km mit dem nun so ziemlich schmutzigstem Auto des Landes, zurückgelegt und hatten dabei ausschließlich gute Laune, da auch unsere tägliche Planlosigkeit immer Überraschungen bereithielt und fast perfekte Tage daraus resultierten. Nach dem Schreiben und der Korrektur, wirds wieder speziell - zwei absolute Pferdenieten schicken sich an in landestypischer Goucho-Marnier auf Pferdesrücken die nahen Berge zu erkunden.

Mit einem Tramper im Auto gings von der Weinhauptstadt des Nordens Cafayate nach der Regionshauptstadt Salta, wo Matthias am Abend landen würde. Auf der Strecke befand sich dann der "Obelisk, der so gar nicht in die Landschaft passt.

Wenig später am "Schlund des Teufels" interessierte mich weniger die Felsformation, als das Tütchen des Touristenbusfahrers: Kokablätter. Gerne war der sympathische Herr bereit, mich am Beutelinhalt partizipieren zu lassen, doch statt des ehofften Energieschubs durch Kauen, erwartete mich lediglich ein widerlich bitterer Geschmack, auch blieben Glücksgefühlee aus. Direkt nach Verlassen des Parkplatzes habe ich die zekaute Blattmasse auf den Asphalt gespuckt.

Auf dem Weg in die Anden wollten Matthias und ich einen Aussichtshügel erklimmen. Was vom Weiten noch wie eine Hängebrücke aussah, kann eigentlich kaum überhaupt als Brücke bezeichnet werden. Wenngleich schwindelfrei, war mir dieses Unterfangen wegen der hier nicht erkennbaren Tiefe der Schlucht dann doch zu heikel. Mit wackeligen Knien bin ich nach wenigen Metern mit Herzklopfen umgedreht..

Das erste Lama, die domestizierte Form des Guanackos, welches ich auf dem Trip zu Gesicht bekommen habe, Wenig später konnte ich in San Antonio des los Cobres nicht wiederstehen, einen seiner Geschwister in Form eines Lamaeintopfs zu probieren. Empfehlenswert!!

Auf dieser Höhe wurde uns die Luft schon ganz schön dünne, allerdings lagen die Temperaturen immer noch im T-Shirt-Bereich. Nach Besichtigungs des Viadukts des "Tren a las nubes" konnten wir die Thermen, welche sich in noch größerer Höhe befinden sollen, leider nicht finden. Allerdings haben wir die Suche nach über 100 km Schotterpiste auch ziemlich schnell aufgegeben.

Trage später Bilder nach, jetzt rufen die Mustangs!!!

Schlechte Internetverbindungen sind wirklich das Allerletzte, zumindest wenn man meint das Netz dringend zu benötigen. So dringend war es jetzt nicht für mich, aber den Eintrag wollte ich doch beenden und das ist jetzt schon der dritte Anlauf.
Es ist nun schon Sonntag abends und Matthias dürfte schon wieder in Bueonos Aires sein und weiter korrigieren und ich hoffre er kommt voran. Die vier Tage gemeinsam im Norden waren absolut cool und haben Spaß gemacht, wir haben allerfdings auch ein straffes Programm hingelegt: Hochgebirge, Thermen, Nationalpark, Rafting, Ausritt usw. - langweilig war uns nicht, eher die Tage zu kurz, denn aufgrund so mancher katastrophaler Schotterpiste, saßen wir auch reichlich im Auto,

Befinde mich selbst nun im schönen Städchen Libertador General San Martin, in welchem ich bei Ankunft das erste Mal auf dieser Reise ernsthaft überlegt habe, ob es sinnvoll ist hier zu übernachten, so abgerockt, arm und kriminell sieht es hier aus. Da ich allerdings den Nationalpark Callilegua unbedingt morgen besuchen möchte und nicht im Auto übernachten will, blieb mir keine andere Wahl als hier heute zu nächtigen, Das Hotel ist, wie zu erwarten, eine ziemliche Bruchbude, hat dafür aber sehr nettes Personal (eigentlich nur eine Person), ist preiswert & sauber, zentral gelegen und hat schnelles Wi-Fi. Für eine Nacht geht das auf jeden Fall in Ordnung

Das Bild ist zu 100% meiner lieben Freundin Meike gewidmet, die mir unlängst mitteilte, dass das kürzlich gepostete Foto der Vogelspinne so ziemlich das ekelhasteste Bild war, was man sich vorstellen kann. Um dir zu zeigen, dass es sich bei Vogelspinnen um absolut ungefährliche und hübsche Lebewesen handelt, habe ich meinen eigenen Respekt überwunden und sie für diesen persönlichen Ostergruß geschnappt, damit sie dir winken kann  Frohe Ostern!

Dämmerung und eine große Distanz versauen die Bildqualität. Leider versagte zusätzlich von meiner besseren Kamera die Batterie. Egal, dass dies hier ein Tukan (Riesentukan) ist, erkennt man hoffentlich. Gemäß Wikipädia kommt dieser Vogel allerings da wo wir ihn und zig seiner Geschwister entdeckt haben (NP El Rey), überhaupt nicht vor. Sonderbar!

Nationalparke gefallen Matthias mal um Längen weniger als das Abhängen im Thermalbad. Und wenn ich ehrlich bin, verhielt es sich bei mir ebenso!


Da freut er sich noch; ein schönes Foto mit einem imposanten Katus. Was Matthias hier noch nicht ahnt ist, dass er mit seinem linken Fuß in einem Ameisenhaufen steht. Kurze Zeit später fing er dann an zu tanzen. Besonders mitfühlend war ich nicht, denn mir war am Vortag in anderer Situation selbiges passiert und Matthias zeigte ebenfalls nur ein geringes Maß an Empathie.


Wenn ich vor etwa 35 Jahren mit dem Reiten begonnen hätte, wäre ich vermutlich selbst im Besitz eines Pferdes und würde ständig Reiturlaube machen. So ist es aber nicht und auch dieses Pferd hat absolut nicht das gemacht, was ich wollte, sondern umgekehrt. Ich werds wohl nicht mehr lernen!!

Sonntag, 13. April 2014

...mit dem Auto in den Norden Argentiniens

Wieder in Argentinien und gerade finde ich das auch ausgezeichnet so. Als ich letzte Woche von der Osterinsel aufgebrochen bin, war ich doch ganz schön traurig diese verträumte und langsame Insel und die warmen Temperaturen dort wieder aufgeben zu müssen, aber andererseits will man sich ja auch keine Sachen doppelt anschauen und seien sie auch noch so imposant wie die Steinmännchen dort und außerdem ließ mir der alleingelassene Wagen in den Anden keine Ruhe. Zunächst habe ich mir aber noch in den Chilenischen Anden das neu erworbene Grundstück von Ben angeschaut und konnte vor Ort nachvollziehen, warum er diese große Parzelle gekauft hat, Ein Grundstück welches einen Ausblick auf drei Täler hat und zwei kleine Flüsse auf sich vereinigt findet man auch in Chile nicht unbedingt an jeder Ecke.
Am Freitag gings dann mit dem Minibus zur Grenze, hoffenmd, dass der VW den dortigen Aufenthalt gut überstanden hat und noch da steht, wo er von mir abgestellt wurde. Wenngleich völlig verstaubt, sonst aber unversehrt stand der eigentlich ziemlich hässliche Suran von der Sonne beschienen immer noch auf dem Parkplatz. Da habe ich mich ganz schön gefreut und als das Auto dann auch noch sofort angesprungen ist, noch mehr.

So, einen Tag später, Frühstückszeit. Wollte gestern Abend nur eine kurze Dusche nehmen und dann den Eintrag beenden, bin dann allerdings in voller Montur gegen 1:30 ungeduscht auf meinem Bett wach geworden und habe dann sinnvollerweise weitergeschlafen. Befinde mich nun - es ist 9:00 morgens - in einem Cafe, erledige meine Mails und stehe kurz vorm Herzinfakt, da der argentinische Cortado sich hinter seinem italienischen Analog, dem doppelten Espresso macchiato, ich verstecken muss.

Die letzten drei Tage rausche ich nun mit dem kleinen Bruder des VW Passats argentinischer Produktion, vom zentralen Westen des doch gewaltigen Landes gen Norden und erfreue mich der unbeschreiblich schönen Berglandschaft fernab der touristischen Pfade. Obwohl es mir wohl verwehrt bleiben wird, mit dem Auto auch in andere Länder, so z.B. Bolivien, einreisen zu können, bin ich jeden Tag aufs Neue glücklich darüber, dass mit Matthias das Auto geliehen hat, egal was ich später dann als Leihgebühr zu entrichten habe... 
Aber darüber werden wir uns ohnehin die nächsten Tage unterhalten können, da er über die Ostertage frei hat und ich ihn übermorgen in Salta vom Flughafen abholen werde und wir dann einige Tage gemeinsam die Schönheiten der Natur erkunden könne. Auch darauf freue ich mich. 
So, jetzt muss ich erstmal runterkommen vom Koffeeinrausch und einen kleinen Spaziergang unternehmen, bis meine Wäsche fertig ist und ich das vertäumte Städtchen Santa Maria wieder verlassen kann. 
Frohe Ostern euch!


Diese große Bretterbude ist keine Lagerhalle, sondern der wohl verschlafenste internationale Flughafen weit und breit. Bei einer Ankunft und einem Abflug täglich, ist bei den Mitarbeitern des Flughafens der Osterinsel kein Burnout zu befürchten

6:15 morgens in Santiago de Chile. Wie froh ich war, als ich feststellte, dass meine Bahn in die Gegenrichtung doch um einiges leerer war. Die Fülle hätte mir mit meinen beiden Rucksäcken doch glatt den ganzen Tag vergrätzt, zumal es später an der Grenze, wie zu erwarten Probleme mit dem Auto gab. Die konnten allerdings gelöst werden und Zöllner und ich konnten gemeinsam über die doch ziemlich ungewöhnliche Situation lachen, dass jemand die Grenze mit einem Auto passiert, ohne je wirklich in das andere Land (Chile) eingereist zu sein.

So schön der Nationalpark auch war, er ist nicht zu empfehlen, da man die ganze Zeit im Konvoi hinter einem Ranger herfahren muss und dann bei verschiedenen Stationen etwas zu den Besonderheiten des Parkes auf Spanisch erzählt bekommt. So weit ich das verstanden habe, handelt es sich bei diesen Steinkugeln ursprünglich um Perlen, welche von urtümlichen Muscheln mit der Zeit gebildet wurden. Gerne hätte ich hier mit dem Hämmerchen eine Kugel zertrümmert, um dieser Aussage auf den Grund gehen zu können, aber weder hatte ich ein Hämmerchen griffbereit, noch hätte der Ranger mir wohl dies gestattet. Aber vermutlich habe ich den ganzen Schmuh ohnehin vollständig falsch verstanden.

Diese vermeintlichen Müllberge findet man an Argentiniens entlegenen Straßen regelmäßig. Doch handelt sich hier um ein Ritual, welxches seinen Ursprung in einer traurigen Begebenheit findet. Vor einigen Jahrzehnten ist wohl eine Mutter mit ihrem Säugling auf einer ähnlich entlegenen Straße unterwegs gewesen und wurde von den Fahrern der vorbeifahrenen Autos nicht beachtet. Sie verdurstete am Straßenrand. Ihr Säugling konnte gerettet werden, da er an der Brust der verstorbenen Mutter noch ausreichend Flüssigkeit trinken konnte. Seitdem findet man, wie erwähnt, an vielen Stellen große Mengen an mit Wasser gefüllten Flaschen zuir Erinnerung und als Mahnung für dieses schreckliche Ereignis.


Dafür, dass dieses Bild mit dem Selbstauslöser aufgenommen wurde, doch ganz gut geglückt. Das panorama des ausgetrockneten Sees, hat mich ganz schön beeindruckt, so mit der abnedlichen Sonnenreflektion. Erschreckend allerdings mein sehr deutlicher Bauchansatz. Die Ernährung in Südamerika ist um Längen ungesünder als in Südostasien. In Deutschland wird also wieder Sport getrieben wie verrückt: dem weiteren Wachstum dieser unschönen Körperbereiche muss Einhalt geboten werden!

Papageien hatte ich in den Bergregionen absolut nicht erwartet, zudem diese Burschen von ziemlich ansehnlicher Größe waren. Es handelt sich um den sehr selten gewordenen Felsensittich, der von den bekloppten Argentiniern laut Wickipedia wohl als Ernteschädling ganz gerne mal abgeknallt (und verzehrt??) wird. In Chile steht er immerhin unter Schutz!

Nach Einbruch der Dunkelheit muss man ganz schön aufpassen, damit man den Argentinischen Kampfuchs (ich finde diesen Tiernamen großartig, wenngleich mir nicht klar ist, warum hier nur ein "f" vorkommt) nicht plattfährt, wenn er so majestetisch ohne Beachtung etwaigen Verkehrs über den noch warmen Asphalt tänzelt.

Ein einsamer Stier auf einer Sandbank. Das Motiv gefiel mir wohl, bin jedoch recht schnell dort verschwunden, da sich seine am Uferbereich befindlichen Stierkollegen bereits mit schabenden Hufen anschickten, mich alsbald von ihrer Wiese vertreiben zu wollen.

Eine derartige Ansammlung von Blattwanzennymphen (und das hier ist nur ein Bruchteil der am Ast sitzenden Tiere; als Nymphe wird bei Wanzen ein noch unfertiges / unfruchtbares Tier bezeichnet) habe ich noch nie gesehen. Auch ist mir der Sinn dieser Versammlung absolut unklar.

Dieser ziemlich aggressive Skorpion kam bei einer meiner Lieblingsbeschäftigungen, dem Steineumdrehen, zum Vorschein. Seit meinem Skorpionstich auf Sulawesi, begegne ich dieses Kreaturen nun mit einem ziemlichen Respekt.

Ob diese Paprikaschoten wohl irgendwann als Paprika "edelsüß" in einem Ostamnn-Gläschen landen, weiß vielleicht nicht mal der Paprikabauer.

Zu diesem Bild soviel: der Gesichtsausdruck ist bescheuert, die Sonnenbrille gleichermaßen. Lediglich der Ausblick auf die Hochebene ( 1930 m ü NN) ist ordentlich. Die Sonnenbrille habe ich kurz vorher gefunden und wollte nun wissen, wie gut sie mir wohl stehen mag. Was meint ihr??

Sonntag, 6. April 2014

Rapa Nui

Nüchtern bin ich nicht im Moment, eher sogar reichlch angeheitert. Dass merke ich daran, dass ich das, was ich gerade schreibe, nicht mehr vernünftig lesen kann und das liegt nicht einzig an einem altersbedingten Verlsut der Sehstärke. Glücklicherweise bin ich vor ziemlich genau 10 Minuten einer allgemeinen Verkehrskontrolle entronnen, da das Fahrzeug direkt vor mir angehalten wurde und ich souverän schnurstracks in den retteneden Hafen meiner Unterkunft einfahren konnte. Darüber bin ich sehr froh, denn kläglicher als "Ich habe meine Fahrerlaubnis auf der Osterinsel wegen Trunkenheit am Steuer verloren" kann eine Aussage kaum sein. 
Stark beschippst kann ich sagen: das Eiland in mitten von Nichts ist sicher eine Reise wert und ich hoffe, dass sehe ich auch nüchtern so, aber ganz bestimmt.. 
Samtiago de Chile hat mit zwar auch ganz gut gefallen, doch hat mich dort die Konfrontration mit einem Menschen meiner Vergangenheit ziemlich zu schaffen gemacht. Nicht, dass wir uns nicht mehr verstehen würden (ich hoffe, dass sieht Ben genauso). oder ich mich hätte unwillkommen fühlen müssen, sondern ich kam mir einfach in seiner Gegenwart ziemlich klein vor. Wenn ich überlege, was er sich in den letzten 15 Jahren hier in Chile aufgebaut hat und dennoch menschlich absolut auf dem Teppich geblieben ist, da kann ich nur den Hut ziehen und meinen tiefsten Respekt ausprechen! Wie dem auch sei, die selbstempfundene eigene Entwicklungsstagnation in der selben Zeitspanne hat mir dabei ganz schön zu denken gegeben....
Für den Menschen der Erholung und Entspannung sucht ist die Osterinsel auf jeden Fall grandios, wenngleich man hier Wildnis und wilde Tiere vergebens suchen mag; Mein Eindruck alles in allem; einfach wundervoll!!!

Bildkommentare erst morgen, zu beschwippst.... 

24 Stunden später und stocknüchtern. Auch ein ganz gutes Gefühl, da kann man sagen was man will, so ein klarer Kopf leistet vermutlich mehr als das Gehirn eines übermüdeten Trunknboldes, der ich ja nun gestern zweifelsfrei war. Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Sportes. Am Morgen habe ich mir zunächst ein Surfbord gemietet, mich im Wasser dann allerdings ausgesprochen stümperhaft angestellt. Da ist noch Luft nach oben, morgen früh will ich es nochmal wissen bevor es wieder nach Santiago geht!
Nachmittags wurde dann getaucht. James Cook berichtete über die Fischwelt dieser Insel bei seiner Forschungsreise im 18. Jh.:
„Die See scheint wie von Fischen befreit, konnten wir doch nicht einen einzigen fangen und es waren auch nur sehr wenige, welche wir bei den Eingeborenen entdeckten.“
James Cook: Logbücher der Reisen 1768–1779

In diesem Punkt muss ich dem Mann eindeutig beipflichten, viele Fische habe ich nicht gesehen, denn so inmitten des Pazifiks ist Plankton Mangelware und ohne Plankton kaum Fische, dafür aber eine phänomenale Sicht und bemerkenstwertes Höhlentauchen - hat sich ebenfalls gelohnt. 
Abschließende Bilanz der Kurzwoche hier: schöne und auch besondere Insel mit einer wirklich freundlichen Bevölkerung, die jeder mal besuchen sollte, sofern sich die Füllung des Geldbeutels umgekehrt proportional zum Fischreichtum hier verhält!!



Eigentlich eine schöne Frage, dass jedoch die Antwortsfelder praktisch auschließlich mit Namen ausgefüllt sind, spricht nicht für die Krativität der Chilenen, wohl aber für den auf den dortigen Strassen ersichtlichen Kinderreichtum


der mittelmäßige Versuch ein gutes Bild von der Spitze einer Springbrunnenfontäne zu bekommen

Ein schwer transpierierendes Wesen bei der Inselumrundung. Habe erst am Abend bzw. nach 60 Km festgestellt, dass beide Scheibenbremse geschliffen haben. Und ich hatte mich schon die ganze Zeit geärgert, wie unfit ich geworden bin, was allerdings leider auch stimmt.

wird auf dem Bild nicht wirklich deutlich, wie dunkel diese kleine Höhle war. Dennoch scheint es für die dort vorkommenden, mir unbekannten Pflanzen von zwergenhaften Wuchs noch ausreichend Sonneneinstahlung fürs Überleben zu geben

Machen sich schon ganz hübsch dort vorm Meer. Die Jungs die die Dinger dort haben aufstellen müssen. haben das irgendwann nicht mehr so gesehen, denn praktisch alle Figuren der Insel - und das sind durchaus über hundert - hat man umgestoßen vorgefunden, mit dem Antlitz in den Dreck. Man ist sich ziemlich sicher, dass die Bewohner sich irgendwann von ihren Göttern verlassen fühlten und so ihrem Ärger Ausdruck verliehen haben. Die Jungs und Mädels der Insel haben es vorher allerdings auch fertiggebracht, auch den letzten Baum der Insel zu fällen. Für Dummheit sollte man nicht seine Götter verantwortlich machen!

Mit dem Rad zum höchsten Gipfel der Insel war nicht so schön, runter hat mir dann aber wieder ganz gut gefallen

die konnten es alle besser als ich, aber morgen früh habe ich die Wellen für mich alleine, denn die Insulaner und auch die Touristen schlafen hier gerne mal ordentlich aus!

...so kennt man die Osterinsel aus dem Katalog.

was das ist, sollte jeder erkennen

Da ich es ziemlich dämlich finde, sich selbst mit dem rechten ausgestreckten Arm zu fotografieren, musste mein Schatten alternativ fürs Selbstportrait herhalten