Donnerstag, 6. März 2014

Aschermittwoch in Rio...

Stimme weg, Halsschmerzen und seit Tagen Glitzerreste im Auge die sich nicht herausspülen lassen, schmerzen und vermutlich einen Arztbesuch erfordern; meine Bilanz von Carnaval en Rio, der trotzdem ansonsten uneingeschränkt zu den besten Reiseentscheidungen meines Lebens zählt. Ich könnte wetten, dass genau dieser Kurztrip in einem dieser bescheuerten Bücher "the 99 things you have to do in your life" zu finden ist und das muss ich dann wohl auch bestätigen! Leider habe ich in meinem recht derangierten Gemütsszustand vor einer Stunde bemerkt, dass mein Flieger nicht, wie angenommen, um 19:45 nach BA fliegt, sondern genau um diese Uhrzeit landet; muss mich also jetzt sputen und Text und Bilder nachreichen...

Wieder in meiner Zweitheimat Buenos Aires bei Matthias. Flieger ohne Probleme gekriegt, da dieser üppig verspätet war. Ein ordentlicher Service und noch ordentlichere Gin Tonic konnten mich vertrösten; auf Emirates ist diesbezüglich Verlass.

Wie schon angedeutet, war der Trip nach Rio Lebensfreude in Reinstform und mit keinem Geld der Welt zu bezahlen. Dass mus ich dann wohl auch sagen, denn ganz preiswert war dieses Partyunterfangen nicht. Brasilien gilt ohnehin schon als teuerstes Reiseland Südamerikas, beim Karneval verdoppeln bis verdreifachen sich dann jedoch noch die Preise. Alledings kosten lebenswichtige Naturalien, wie Bier und Caipirinca an den Blocos (der Kölner sagt hier "Veedelszoch") einen bzw. 2 Euro und damit kann man dann wiederum gut "arbeiten"

Die Fahrt vorher von Iguazu nach Rio eine einzige Katastrophe . für 27h in einem mittelmäßigen Reisebus zu sitzen der aufgrund eines Aircon-Schadens intensivst nach Phäkalien riecht, lässt einen nicht mit überschwänglichem Lächeln in Rio den Bus verlassen. Zusätzlich hatte ich noch keine Ahnung, ob alles mit meiner privaten Zimmerbuchung geklappt hat, da im Bus kein Internet und meine argentinische Simkarte in Brasilien nicht funkioniert. Also schnell mit dem Taxi zu einer Favela in Santa Teresa, bei welcher ich vorher via Mail ebenfalls nach einem verfügbaren Zimmer gefragt habe und alles Weitere wird sich schon ergeben.   Zunächst ist es jedoch durchaus etwas befremdlich, plötzlich von einem "normalen" Stadtviertel durch ein Stahltor eines von etwa 1000 im Stadtgebiet von Rio befindlichen Slums zu betreten. Ich musste ganz schön schlucken. Diese Favela gilt zwar als befriedet, die jugendlichen Bewohner dort möchte man dort dennoch lieber als Freunde denn als Feinde haben. Als ich endlich das Hostel dort gefunden hatte, war nicht nur nach Mailcheck meine Buchung in der Privatunterkunft abgelehnt worden, sondern auch das von mir vorgemerkte Zimmr in diesem Hostel soeben vermietet worden. Wenig später hatte ich dann allerdings trotzdem ein wunderschönes Zimmer dort und auch die Leute getroffen mit denen ich zusammen 96 Stunden Karnevals-Flow durchlebt habe - Phantastisch!!!

..die brasilianische Seite (bzw. die argentinische, denn ich stehe ja in Brasilien) der Fälle von Iguazu, ebenfalls 1+

Was die Massen an Schmetterlingen an dieser Schotterpiste suchen, wissen nur ihresgleichen. Auch ohne dieses Wissen hüpfte mein steinernes herz

Das Wissen um die Sicherung lässt den Angsthasen in einem trotzdem nicht gerne an das Reck springen, das könnt ihr mir glauben!!

Ausblick von meinem Favela-Balkon mit Zuckerhut. Kann sich sehen lassen, wie ich finde. Ich muss allerdings einräumen, dass die Häuser in der Nachbarschaft diesen Ausblick nicht verschönern würden


Olli (links neben mir) und Benjamin (rechts) beide aus Berlin, haben den Spaßfaktor in Rio für mich definitiv merklich erhöht. Die Schwulen-Gruppe hier allerdings auch. Und gestraft sei der, der nun um die Ecke denkt!

Immerhin habe ich den Besuch der Corcovado noch hinbekommen - wohl auch ein Muss in Rio

Wieder meine Berliner Peergroup, diesmal noch mit Stella, Benjamins Freundin. Wie ich später erfuhr, hätten mich an diesem Abend etwa 100 Menschen zur Hölle gewünscht, da ich im doch recht angeheiterten Gemütszustand mit meiner Kopfbedeckung so einige Kopfnüsse verteilt haben soll.

 Farbenprächtiges aus dem berühmten Sambodrom

Die letzten Mohikaner neu eingekleidet und auf dem Weg nach Hause. 

Die Miniaturausgabe unserer Favela war auf jeden Fall einen Besuch wert

 Hier kommt die Copacabana schlechter weg als in Natura, das verspreche ich euch!

Einen langweiligeren Großflughafen als den in Rio kann ich mir nicht vorstellen. Immerhin gab es EIN Cafe und einen Duty-Free-Shop!!

2 Kommentare:

  1. Hi Oli, wie sieht's aus...?! Biste schon auf dem Weg nach Norden ? Bzw rüber an die Westküste nach Chile ?! Wir sollten mal wieder skypen. Weiterhin viel Spass auf der Tour und bis die Tage mal wieder
    Liebe Grüsse vom Niederrhein
    Lea & Jens

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  2. Hei ihr zwei. fahr gleich nach Rosario, dann noch ein oder zwei Tage in Cordoba und dann gehts direkt nach Santiago!! Mit dem Skypen ist gebongt, WA ist ja leider bei dir Geschichte...
    Grüße in den deutschen Frühling - O

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