Montag, 24. Februar 2014

Massentourismus in Iguazu & mit gefällts trotzdem!

Nach einer doch ziemlich phlegmatischen Woche in der zweitheimat BA habe ich es gestern endlich geschafft mich aufzuraffen und nach Iguazu aufzubrechen - 19 Stunden Busfahrt kein Zuckerschlecken, aber das Örtchen und die Wasserfälle gefallen trotz Massentourismus. Die Organisation mit dem Auto verlief ziemlich schleppend. Die Fahrzeuge, die wir uns angeschaut haben, waren zwar nicht unbedingt teuer, dafür aber auch nicht sonderlich gut erhalten. Matthias hatte es bereits orakelhaft vorhergesehen: letztendlich wird der Peugeot 404 beim Autohändler um die Ecke gakauft und so kommt es nun auch. Vermutlich werde ich allerdings nicht in den Genuss dieses Schätzchens kommen, sondern mit dem VW Suran von Matthias Südamerika erkunden. Wie alle in Argentinien produzierten Volkswagen, gehört der Suran ebenfalls nicht zu den Fahrzeugen die Designerherzen höher schlagen lassen, aber er scheint zumindest recht solide zu sein und außerdem sollte es für mich ja schließlich nicht um die Schönheit des Autos gehen, sondern darum, dass ich überhaupt ein Auto habe. Scheinbar jedoch gibt es ein Gesetz in Argentinien, welches auslaändischen Bürgern untersagt mit einem argentinischen Nummernschild das Land zu verlassen. Dieses Problem gilt es nun noch zu lösen. Derweil werde ich die nächsten zwei oder drei Tage hier noch ein wenig in der Natur verweilen und dann, sofern mir das Schicksal gnädig ist, einige rauschende tage beim Karneval in Rio verbringen....

Wenngleich uns der Herr Hobbyoltimerbastler überaus freundlich seine Familie und seinen Chrysler gezeigt hat....

konnten wir uns, aufgrund es schon arg in Mitleidenschaft genommenen Innenlebens, nicht dazu durchringen diesen Peugeot 404 zu erwerben - und das trotz des lächerlich anmutenden Preises von umgerechnet 1800,-€

An Lebewesen außer den Pflanzen hat der Botanische Garten von Buenos Aires vor allem streuende Katzen zu bieten, deren männliche Vertreter durch intesive Reviermarkierungen für interesante olfaktorische Reize im Park sorgen. Vom Gestank stark benebelt, erfreute mich diese Gottesnabeterin umso mehr.

Cristina aus Bologna erfreute mich ebenfalls mit ihrer leichten Verrücktheit. Zu unserem Entsetzen mussten Matthias und ich allerdings feststellen, dass deutsche Autofirmen im Ausland doch noch ein wenig für die Vermittlung der entsprechnden Ausprache der jeweiligen Marke sorgen sollten. Bisher wird BMW in Italien offensichtlich "Buemwu" ausgesprochen. Ich habe auf jeden Fall einige Zeit gebraucht, bis ich diesem Laut die Marke hab zuordnen können....

Nun schon in Iguazu. Selbst an sich reine Carnivoren wie dieser Breitschnauzenkaiman geben sich offensichtlich gerne mit den von Touristen dargereichten Keksen und Sandwiches zufrieden - vegetarische Krokodilverwandte sind meine Freunde daher nicht mehr!

Die Realwirkung kann keine Fotografie vermitteln. Die Cascaden sind einfach der absolute Hammer!!!

Was in Südostasien die unverschämten Makaken sind, sind hier dreiste Nasenbären, die sich nicht scheuen mit ihren gefräßigen Schnauzen Toruristenrucksäcke von Süßzeug zu befreien

Der Beleg - ich war auch dort. Tragischerweise versagt einmal mehr mein Deo - ich transpiriere schwer und mag es nicht!

Diesmal ganz sicher ein Meerschweinchen. Als ich den Nationalpark so ziemlich als Letzter verlassen habe, lungern die kleinen Racker schon überall auf den Wiesen rum und schlugen sich die Wänste voll:

Samstag, 15. Februar 2014

Montevideo - hier sammeln wir Dollars...

Es ist Samstag und wir hängen ab in userem Hotelzimmer in Montevideo. Glotze an und jeder vor seinem Rechner bzw. Tablet. "Uns" bin ich natürlich und Matthias mein generöser Gastgeber aus Buenos Aires, bei dem ich mich nach Puerto Madryn zunächst wieder schön häuslich eingerichtet (eingenistet?) habe. Die Tage seit dem letzten Eintrag verliefen vergleichsweise unspektakulär; zunächst eine zermürbende, grausige 21 Stunden dauernde Busfahrt zurück nach BA, dort einige entspannte Tage mit gutem Essen, einem Date und ordentlichen Mengen an gutem Rum und Bier verbracht und nun, wie gesagt, Dollars sammeln in Uruguays Metropole. Von der Stadt hatten wir uns beide etwas mehr versprochen, mehr Schönheit und vor allem mehr Flair. Stattdessen besticht die Stadt weitaus mehr mit dem Charme des Verfallenden als mit dem Glanz vergangener und sicher auch besserer Zeiten. Als wir zum Beispiel heute völlig ziellos durch die Stadt flanierten, hielt plötzlich eine Familie in ihren Auto an und gab uns recht deutlich zu verstehen, dass wir auf keinen Fall in die von uns eingeschlagene Richtung weitergehen sollten, da uns dort einiges an Ungemach erwarten könne. Also schnell umgedreht in sicherere Gefilden der Stadt. 
Unser Hotel ist allerdings großartig; trotz der Lage im Rotlichmilieu. Und ferner dreht sich für uns in Montevideo ja  ohnehinalles um das Sammeln von Dollar, die man hier reichlich aus den Bankomaten beziehen kann, was in Buenos Aires nicht möglich ist. 
Zur näheren Erklärung, warum wir beide überhaupt größere Dollargeldbeträge benötigen, muss man wissen, dass die Inflation in Argentinien katastrophale Werte erreicht hat (in den letzten 6 Wochen etwa 20%) und man auf dem Schwarzmarkt Dollar und Euros "blue" tauschen kann und dort etwa 40% mehr als den offiziellen Wechselkurs an Bargeld in Peso erhält. Bei 3000,-$ sind das immerhin fast 1000,-€ mehr und dafür kann man schon einmal ein Paar Tage in einer Schmuddelstadt verbringen, insbesondere wenn man das Geld dringend für einen geplanten Fahrzeugkauf benötigt!
Leider habe ich Tölpel allerdings nicht daran gedacht meine Bank vorher über das Vorhaben der Großabbuchungen zu informieren, so dass diese richtigerweise meine Kreditkarte erst einmal gesperrt haben. 
Mal wieder sehr clever, der Herr Schöning....


Tauchen mit Seelöwen ist einfach phantastisch, weil die Tiere total verspielt und zutraulich sind und die ganze Zeit um einen herum im Wasser tanzen

Teile die Meinung des Künstlers vollständig, finde mich selber andererseits natürlich auch als Kritisierter in einem der gemalten Häuser wieder!

Hab soeben eine Stunde damit verbracht herauszufinden wie dieser blöde Nager heißt und bin kläglich gescheitert. Hat einer eine Idee???

Dieses Quiz an euch mit den Bildern von Matthias Dientspass, hätte uns bzw. ihm fast die Einreise nach.Uruguay versaut. Um die Lösung für dieses Rätsel zu finden benötigt man lediglich minimalste Spanischkenntnisse, die Gabe die Aussagen zweier Bilder miteinander verknüpfen zu können und einen Hauch von gesunden Menschenversatnd. warum stand nun also unsere Einreise auf der Kippe?? Wer die Lösung findet kriegt n Bierchen bei meiner Rückkehr! Vielleicht auch zwei!


Motag morgens und wieder zurück im herrlichen Buenos Aires.

Zunächst einmal hat der gute Jens natürlich recht mit seiner Annahme: Der Einreisestempel vom 01. Januar 2013 deckt sich nicht mit dem für uns geltenden Gesetzen des Zeitstrahls, da der Pass ja erst im Juli 2013 ausgestellt wurde. Also auch am 8. Tage des Jahres 2014 wurde noch nicht bemerkt, dass man sich gemäß Stempel noch im Jahr 2013 befindet. Obwohl ich mich natürlich mit der folgenden Aussage in den Bereich der Vermessenheit begebe, wage ich die Behauptung, die Vergabe des Doktortitels an Jens sei mit der Berufsauffassung von Fredinand Sauerbruch - einem der bedeutensten Deutschen Chirurgen, welcher gemäß seiner Lebensverfimung, stets bei seinen Studenten Wert auf eine profunde Allgemeinbildung als auch Intelligenz gelegt haben soll - unbedingt vereinbar gewesen!

Zusammenfassend kann man über Montevideo sagen: Für eine südamerikanische Haupstadt mit 1,3 Millionen Einwohnern, hat dieser Ort wenig zu bieten. Das Nachtleben ist lausig, die Straßen tagsüber auch im Innenstadtbereich leergefegt und das Essen fettig und teuer. Wenn man also nicht unbedingt, so wie wir, Dollars braucht, kann man sich die Reise dorthinn schenken, es sei denn man ist so architekturbegeistert, dass man über die Schwächen der Stadt gepflissentlich hinwegsehen kann, denn schöne Gebäude gibt es dort wirklich im Überfluss. Es mag nun keinen guten Schatten auf Matthias und meinen Charakter werfen, aber die lustigsten Momente der Reise hatten wir auf der Fähre von Buenos Aires nach Uruguay, als der doch recht sportliche Wellengang einen ordentlichen Anteil der Mitreisenden zu den Kotztüten greifen und deren Gesichtsteint verändern lies.

Für heute sieht mein Stundenplan noch Autobesichtigungen an, damit die Weitereise mit PKW wie geplant bis spätestens Ende der Woche umgesetzt werden kann.


 
Schönes Ensemble fern der Heimat; an einer Straßenkreuzung direkt gegenüber befinden sich zwei üble Spelunken mit eindeutiger Sport- als auch Teampreferenz. Ob der Daumen nach oben, Matthias Mannschaft jedoch in dieser Saison helfen kann, wird die Zukunft zeigen. Es wird eng...

 

Der Besuch des alten Zentralfriedhofs in Montevideo konnte bei Matthias keine Wogen der Begeisterung 
auslösen, den Pallacio Savo, in den Zwnzigern des letzten Jahrhunderts das höchste Gebäude Südamerikas, fand es allerdings auch ganz gelungen.


Was man so macht, wenn der Wohnort kaum etwas zu bieten hat: Kinder zeugen und vor allem literweise Mate trinken. Ob jung, ob alt, ob Mann, ob Frau, fast die Hälfte aller Menschen die sich auf der Straße befinden, läuft mit einer unhandlichen Thermoskanne, befüllt mit heißem Wasser und mit einem Matetrinkbecherdurch die Gegend.

Bei unserer Runde zum Wasser schien es als habe einer der dort zahlreichen Angler endlich mal einen dicken Brocken an der Angel. Statt des erhofften Fisches erschien jedoch lediglich diese ansehnliche Blaue Schwimmkrabbe an seinem Haken. Als ich das Tier jedoch wieder zurück ins Meer werfen wollte, gebot mir der Herr doch Einhalt und gab uns zu verstehen, dass dieser Krebs doch sehr schmackhaft sei. Wusste ich zwar schon, aber einen Versuch wars wert.




Sonntag, 9. Februar 2014

Puerto Madryn - endlich wieder warm..

Die Sonne scheint und ich hab dennoch keine berauschende Laune, vermutlich lag ich einfach zu lange im Bett. Als der lezte Post ins Netz kam, war ich bereits viel weiter unterwegs. Beim 1. Postversuch einige Tage zuvor, scheint wohl was nicht hingehauen zu haben. Bin seit drei Tagen bereits in Puerto Madryn, welches auch noch zu Patagonien gehört, aber bezüglich der Witterungsverhältnisse eindeutig T-Shirts und Shorts zu tragen erlaubt. Nach Punta Arenas habe ich zunächst eine Stippvisite nach Feuerland (Ushuaia) unternommen, die jedoch schnell von mir beendet wurde, als es dort am hellichten Tage anfing zu schneien. Überträgt man die Breitengrrade von Ushuaia auf die Nordhalbkugel, befindet man sich in Hamburg und der Februar in Feuerland ist das Sommeranalog zu unserem August! Was ich damit sagen will ist: wann bitteschön hat es in Hamburg im August das letzte mal geschneit? Vielleicht ist es nicht ganz so lange her wie das Ende der letzten Eiszeit vor etwa 11000 Jahren, seit Beginn der Wetteraufzeichnung gab es dieses Wetterereignis dort im Sommer aber verbürgt nicht!! Gerade wegen des nervigen Winters habe ich ja unter anderem mein Bündel geschnürt und bin losgezogen....
Also schnell ins Reisebüro von Ushuaia und für den nächsten Tag einen Flug nach Trelew gebucht, welches mehr oder weniger nah bei Puerto Madry liegt wo ich nun mit bereits erwähnter schlechter Laune in der Lobby m,eines Hotels sitze. Aber die wird sich sicher gleich legen, denn in einer Stunde muss ich los um mit Seeleoparden zu tauchen. Und das wird sicher großartig!!!

Auch zu den Raubtieren zählend, jedoch nicht so spektakulär wie ein Puma. Nachdem ich desem Patagonischen Skunk für weitere Fotos nachstellte, streckte mir das Karlchen ziemlich bald sein Hinterteil entgegen. Zeichen für mich, doch besser zu verschwinden; auch ohne Bilder

Pinguine (Magellan-Pinguin) sind einfach großartige Geschöpfe. Wenngleich diese Sichtung Bestandteil einer Tour war, wollte ich mir das tölpelige Gewatschele nicht entgehen lassen.

 fast schon da, am "Ende der Welt"

Volksfest made in Chile. Vermutlich erlaubt das Foto nicht, den Charme dieser fiesta richtig aufzufangen. Für einen Moment dachte ich, ich sei in einer sibirischen Stadt gelandet. Alle Leute waren betrunken und es gab nicht viel Schönes zu sehen. Wäre nicht die eindeutig lateinamerikansche Musik gewesen, hätte ich mich sicher an der Bar gewundert, warum hier kein Wodka zum Ausschank bereit steht. Dennoch: Trotz der Tristesse, waren alle Menschen in ordentlicher Stimmung und niemenad zeigte sich aggressiv!!

Wo auch immer ich hingefahren bin: Flavie und Claire aus Paris waren bereits vor mir da. Wir haben uns tatsächlich 5x hintereinander getroffen, ohne verabredet gewesen zu sein. Hier Treffen No.4; die Überfahrt nach Feuerland. Dort haben wir uns dann Abends allerdings auch mal wirklich verabredet. Und siehe da, Bier trinken können die auch, die Französinnen!

Königskrabben sind nicht nur lebend für das Auge schön anschuschauen, die wahren Qualitäten werden erst auf den Teller ersichtlich

Die Schneeflocken sind leider nicht auszumachen, die lausigen Temperaturen, die dem Zeitpunkt der Aufnahme zugrunde liegen jedoch schon. Am Ende der Wanderung durch den Nationalpark "tierra del fuego", beschloß ich: "Morgen gehts weiter!"

Auf dem Flughafen von Ushaia (Feuerland). Dieses Bild ist quasi Inbergriff typischer argentinischer Eingenschaften, die da wären: Langsamkeit, Unorganisiertheit und Geduld. Zur Erläuterung: Da ich nicht wusste, wie lange der Bus zum Flughafen benötigt, bin ich, wie es sich für typisch Deutsche geziemt, mit reichlich Zeitpuffer dorthin aufgebrochen. Der Flughafen glich einem Geisterschiff. Keine 2 Stunden später beim Passieren der Sicherheitskontrollen dann dieses Bild, mit der für mich bis dato längsten Warteschlange meines Lebens. Warum man 50% der täglichen Depatures innerhalb von 20 Minuten abfliegen lässt (Unorganisiertheit), folgt allenfalls der Logik des Faulen. In einem Punkt kann den Argentiniern jedoch kein anderes Volk das Wasser reichen; Schlangestehen! Als ich den ersten Stockdes Airports zum Sicherheitscheck erreichte, befand sich dort eine ungeordnete Menschenmasse, welche sich allerdings in wenigen Augenblicken in eine wohl geordnete Reihe verwandelte. Obwohl der eine oder andere bei dieser Bildung der Schlange ganz bestimmt nicht in Bezug auf die bisherige Wartezeit gut weggekommen ist, gab es keinerlei Murren oder Unmutsäußerungen - die geordnete Schlange dient einem höheren Zweck und diesem ordnet man sich im wahrsten Sinne des Wortes unter (Geduld). Da übrignes nur ein Schalter geöffnet war und die Kontrolle recht gemächlich von Statten ging, hatten alle vier Flieger Verspätung (Langsamkeit).
Ich hatte übrigens Glück bei der Schlange, pünktlich war mein Flieger deswegen dennoch noicht

Eine Seelöwenfamilie genießt das Relaxen an Strand der Halbinsel Valdes. Eine Stunde später tue ich es ihnen gleich und freue mich, dass es nicht mehr kalt ist. Den späteren Sonnenbrand habe ich dabei gerne in Kauf genommen!

Gürteltiere (Zwerggürteltier) sind für gewöhnlich recht scheue Geschöpfe, stehen sie doch, trotz ihrer Panzerung, auf dem Speiseplan einiger Geschöpfe. Dieses Tier hier schien jedoch so scharf hinter Keksen her zu sein, dass es jede Furcht vermissen lies. Ich würde vermuten, es leidet unter Karies!

Freitag, 7. Februar 2014

Punta Arenas - Das Tor zum "tierra del fuego"

Seit wenigen Stunden bin ich nun bereits in Punta Arenas, der Hauptstadt des chilenischen Teils von Patagonien und gleichzeitig Fährhafen für die Passage nach Feuerland. Nach langem Überlegen habe ich mich nun doch durchringen können dorthin zu fahren, da ja auch sonst die Sinnhaftigekeit des Blognamens anzuzweifeln wäre. Bereits der Straßenname auf dem Weg in diese Stadt kündigte allerdings an, was mich hier und wohl auch drüben zu erwarten hat: "Ruta del fin del mundo" = Route ans Ende der Welt. Wenngleich Punta Arenas - wie erwähnt - die Hauptstadt einer großen Region ist und mit etwa 130000 Einwohner durchaus von mitelstädtischer Größe, ist es wohl darüber hinaus einer der langweiligsten Orte der Welt, sieht man einmal von Remscheid ab. Kritiker mögen nun meinen, ich könne dies doch gar nicht beurteilen, ob der Kürze der bisher dort verweilten Zeit. Das stimmt, anderersits war ich jedoch heute so erfreut über den Kauf eines preisgünstigen Windbrerakers, welcher längst überfällig war, dass ich den ganzen Nachmittag fröhlich und wohlig warm durch die gesamte Stadt lustwandelte, auf der Suche nach Neuem und Interessanten. Dies allerdings mehr oder minder vergebens; die Geschäfte, sofern überhaupt am Samstag geöffnet, bestechen durch fast absurde Preise, der In-Faktor der Klamotten verhält sich umgekeht proportional dazu, die meisten Cafes haben geschlossen und am Hafen wurde mir von einem dicken Uniformierten der Eintritt verwährt. "Solamente por turistas", musste ich mir anhören. Als ob der Kauz denken würde, ich sei ein Bewohner der Stadt. Gemeint waren natürlich die feinen Herrschaften des Kreuzfahrtschiffes welches dort anlegte. Die werden sich wohl auch etwas anderes vorgestellt haben von der Stadtbesichtigung und alle diejenigen Passagiere welche aus welchen Gründen auch immer an Bord geblíeben sind, sich klammheimlich ins Fäustchen lachen, darauf könnte ich wetten!
Ich sitze derweil in einer Kaschemme in welcher man Touristen - und die gibt es hier mal reichlich - vergebens sucht und wechsele gerade meinen Bewusstseinszustand von "angeheitert" zu "ziemlich beschwippst". Daher nun die vorherigen Tage in Kürze...
Soweit ich mich erinnere, sagte ich, es müsse noch einiges Besonderes passieren. um meine Meinung bezüglich dieses unwirtlichen Landstriches zu ändern. Ist geschehen, die Bilder werden es erläutern. Nun noch die Bilder runterladen, dann muss ich mich verabschieden, da der Nachbartisch, bestehend aus einem Potpourri von Menschen unterschiedlichster Nationen, welche hier arbeiten, um meine Gesellschaft bittet.

Am "Zauberbaum" (bestehend aus unzähligen Steinchen welche von meinesgleichen aufs Wurzelgeäst dieses Baumleichnams gelegt wurden) mit Mitch, meinem amerikanischen Begleiter für einige Tage. Sofern sich alle Amerikaner so verhalten wie er und völlig bewusst so tun als seien sie demente Schwachköpfe, muss ich meine Meinung über dieses Volk ernsthaft überdenken

Trotz der maßlos überzogenen Preise für alles hier; der Nationalpark "torres del paine" überzeugt einfach auf der ganzen Linie!!! Wenn in Chile: unbedingt besuchen...

Unverständlich aber wahr: Für diese drei Zipfel sind Viele hier. Ich stehe kurz vorm Kältetod, will wieder ins Camp und leide.

Guanakos (eine Kamel-Art) sind hier, wie unschwer zu erkennen, nicht im Entferntesten bestandsgefährdet.

Die herumliegenden Gebeine von Baby-Guanakos haben mich wegen ihrer Häufigkeit in Erstaunen versetzt.

Wo viele verwesende Geschöpfe sind, findet sich hier auch der Kondor, der größte flugfähige Vogel der Erde. Nach den Guanakos die zweite große Entdeckungsfreude des Tages für mich.

Ohne Worte, dieses Aufeinandertreffen. Die vielen Kondore und Skelette ließen bereits auf ein Jagdrevier des Südlichen Südamerikanischen Pumas (wer hat sich bloß diesen Namen ausgedacht??) schließen, die Begegnung: Impulsgesteuert. Beim Anblich des Felsens hatte ich plötzlich so ein Gefühl "hier ist was", kletterte über den Zaun auf privates Land und stieg in Richtung Felsüberhang. Plötzlich erschien nur wenige Meter vor mir aus dem Überhang kommend dieses Tier , welches bestimmt auf meine Trittgeräusche aufmerksam geworden war. Herzschlag bis zum Hals, allerdings ohne Furcht, Kamera aus der Tasche, zwei Bilder schießen und dann langsam im Rückwärtsgang zurück - man soll das Glück nicht überstrapazieren

Ein Fund kurz vor dem Aufeinandertreffen mit dem Puma: Die Chilenische Schwarze Witwe - auch hier war die Freude groß, sind die Spinnentiere mir doch schon ewig ans Herz gewachsen

Mahnmale des Falklandkrieges. Ob Chile den Ausgang des Konflikts jedoch je richtig verstanden hat, darf berechtigterweise angezweifelt werden, da sich Punta Arenas auf Schildern neben Patagonien auch als die Haupstadt von den Falklands sieht!

Das mit Abstand modernste, jedoch nicht schönste Gebäude der Stadt. Hier gehört der Imageberater des so ziemlich teuersten Hotels der Stadt aus zweierlei Gründen gelyncht - zum einen gehen zwei Sprachen in einen Namen gar nicht und zum anderen,wesentlich dramatscher, kann man doch eine Nobelherberge nicht als "Träume der Enge" bezeichnen....